Schlagwort-Archiv: Wissenschaft

SE 2013 – Dinner

Eindrücke aus dem Workshop SEUH 2013 und der Software Engineering Multikonferenz 2013

Auf dem Workshop »Software Engineering im Unterricht an Hochschulen 2013«, der Bestandteil der Software Engineering Multikonferenz 2013 war, gab es einiges, was mir hängen blieb. Die Konferenz fand statt an der RWTH Aachen, die ja schon Erstsemester Roboter mit MATLAB und Lego Mindstorms bauen lässt, und ich freute mich besonders, dass wir dieses Ereignis sponserten. Ein paar Gedanken sind mir besonders aufgefallen, diese möchte ich hier teilen. Weiterlesen

Internet Gehirn. Collage aus Fotos von everyone’s idle auf Flickr, Lizenz CC-BY-SA, und bhav.bhav auf Flickr, Lizenz CC-BY.

Lesen: Nicholas Carr – The Shallows. Wer bin ich, wenn ich online bin und was macht mein Gehirn solange

Gehirn? Internet? War da nicht vor einigen Monaten ein kleiner Aufruhr im Netz, als ein Manfred Spitzer ein Buch über digitale Demenz herausbrachte? Nicholas Carr hat sein Werk »The Shallows« – zu deutsch »Die Geistlosen« – schon 2010 veröffentlicht. Er nimmt sich nicht die gesamte Digitalisierung vor, sondern beschränkt sich auf die Effekte, die beim Nutzen von Webinhalten mit der Zeit entstehen. Der Titel »The Shallows« lässt schon erahnen, dass Nicholas Carr die Entwicklung nicht unbedingt begrüßt, wird doch shallow mit seicht, oberflächlich oder geistlos übersetzt. Im deutschen heißt das Buch »Wer bin ich, wenn ich online bin…: und was macht mein Gehirn solange? – Wie das Internet unser Denken verändert«

Dieser Post erläutert die Ideen des Buches und meine Einschätzung dieser und des Themas. Weiterlesen

Clouds von theaucitron (CC-BY-SA)

Gesamtsystem-Optimierung per Simulation als Erfolgsfaktor

Dr. Stefan Kampmann, Bereichsvorstand für Elektrofahrzeug- und Hybridsysteme bei Bosch, hat einen meines Erachtens sehr wichtigen Artikel im ATZblog zum Thema Systemkompetenz im Automobil geschrieben. Er schreibt »Eine reine Optimierung einzelner Komponenten ist dabei [bei der Nutzung von Hybrid- und elektrischen Antrieben] nicht ausreichend. Die Suche nach optimalen Lösungen hinsichtlich Zusammenspiel und Effizienz muss bereits auf Gesamt-Systemebene ansetzen und dann in Subsysteme und Produkte weitergeführt werden.« Simulation dürfte dafür Schlüsseltechnologie sein.

Ich finde dieser Beitrag, besonders auch mit dem Hinweis am Anfang auf die gesellschaftliche Bedeutung von Innovation bei Transportkonzepten und Systemdefinition, gehört in den Grundkanon der Ingenieursausbildung. Bei allem Detailwissen, bei aller perfekter lokaler Auslegung und Domänenwissen kann eines leicht aus dem Fokus geraten: Dass schließlich und endlich das System den Nutzen erbringen muss, nicht einzelne Funktionalitäten, nicht einzelne Elemente. Das gesamte System muss ein möglichst optimales Ergebnis liefern.

Dieses optimale Ergebnis ist oftmals nicht im endlosen Optimieren einzelner Komponenten zu finden – Gunter Duecks Supramanie lässt grüßen –, sondern erst im Zusammenspiel, in der gesamtheitlichen Betrachtung des Systems. Viele moderne Systeme lassen sich durch den einzelnen jedoch kaum noch im Zusammenspiel und Wirkweise der einzelnen Parameter aller Komponenten überblicken, eine rein analytische Auslegung oder Optimierung wird unmöglich, weil das Gesamtsystem hoch nichtlinear ist. Stark vereinfacht fängt der Entwickler an, einzelne Stellschrauben zu verändern in der Hoffnung, das sich das Gesamtsystemverhalten in der darauf folgenden Messung oder Versuchsfahrt verbessert. Dreht er an anderen Stellschrauben, kann sich dies auch wieder verschlechtern. Manuell ist aufs Gesamtsystem bezogen also wenig zu holen.

Man müsste die Möglichkeit haben, hunderte oder tausende von Stellschraubenänderungen zusammen mit dem dazugehörigen Versuch gleichzeitig und automatisch durchführen zu können. Die Technologie dafür heißt Simulation und wird mit vielerlei Werkzeugen – seien es die meines Arbeitgebers, MATLAB & Simulink, oder auch  andere Simulationstools – seit Jahren für Teilsysteme oder einzelne Komponenten durchgeführt. Wie wäre es nun, die Simulation tatsächlich in größerem Maßstab durchzuführen? Und nicht nur einmal, nicht nur zehn mal, sondern hunderte, tausende Male? Und die Parameteroptimierung dabei automatisch durchführen zu lassen? Nicht nur für einen oder zwei, sondern für dutzende Parameter? Automatische Parameteroptimierung auf numerischer Basis gibt es schon. Aber auf einem Computer kommen Sie bei derartigen Aufgabenstellungen freilich nicht. Vielleicht bekommen Sie noch einmal das Modell unter, installieren dafür aber besser die 64-bit-Version des Simulators. Aber die Simulationszeit? Ist kein prinzipielles Hindernis, denn parallelisierbar ist das ganze auch schon. (Vorsicht: 2 Produktlinks). Rechenzeit sollte doch heutzutage kein limitierender Faktor mehr sein. Was hindert Sie daran, tausende von Simulationsläufen durchzuführen, von denen jeder ein paar Stunden dauert? Dass Sie nur einen kleinen Cluster zur Verfügung haben? Wozu gibt es Clouds? Simulation funktioniert auch in Clouds wie Amazons EC2.

Und wenn Sie Simulationen nicht einfach nur platt von vorn bis hinten durchführen, sondern die Simulation des Aufstartverhaltens Ihres Systems vielleicht als Schnappschuss abspeichern und erst dort zu simulieren anfangen, wo es interessant wird, dann sparen Sie sich von jedem Simulationslauf nochmals Zeit. Und wenn Sie dann noch Abstraktionsebenen sinnvoll wählen und Detail nur dort modelliert ist, wo es auch notwendig ist, dann laufen die Modelle auch. Ein Gerüst zur Wahl der Abstraktionsebene in verschiedenen Dimensionen bietet übrigens das Kapitel über Abstraktion in meiner Dissertation. Informatik und Ingenieurswissenschaften gehören hier zusammen.

Prinzipielle Anwendungen einiger Aspekte können Sie auch in den Aufzeichnungen der Vorträge von Scania zum Thema Spritsparen und Loren Dean zum Thema Parallelisierung auf der MathWorks Automotive Conference 2010 sehen, oder auch in der dazugehörigen Keynote.

Ist das einfach, ein Gesamtsystemmodell so zu integrieren, dass es tatsächlich noch in einem heutigen Computer simuliert werden kann? Nein, das wird mit Sicherheit kein Spaziergang. Das ganze dann noch stabil in die Cloud bringen? Es wird die Hölle, zumindest am Anfang. Was aber ist die Alternative? So weitermachen wie bisher und denken Sie (= Ihre Organisation) kommen damit ewig durch? Optimierungspotential auf der Strasse lassen?

Die Technologie der Simulation kann und wird sich nur in dem Maße vereinfachen und verbessern, in dem Sie genutzt und an ihre Grenzen und darüber hinaus getrieben wird. Es liegt in Ihrer Hand, die fußballfeldergroßen Hallen voller Computerracks, die an den Flüssen dieser Welt stehen, für Innovation im Ingenieurbereich, speziell der Antriebstechnik, zu nutzen. Und es liegt an Ihnen, der Software, genauer gesagt den Softwareherstellern immer mehr abzuverlangen. Aber simulieren Sie!

Kampmann schließt mit den Worten »Wer ins System investiert, wird in Zukunft den Markt für Hybrid- und Elektrofahrzeug aktiv mitgestalten.« Und ins System investieren heißt Systemverständnis herstellen, vertiefen und verfeinern, um dann mit diesem Verständnis arbeiten und optimieren zu können. Simulation ist der Schlüssel. Tun Sie was!

Was meinen Sie? Lassen Sie es die anderen Leser und mich bitte wissen.

Disclaimer

Ich arbeite für MathWorks, den Hersteller von MATLAB & Simulink und bringe die Begeisterung für diese Software bisweilen auch in Blogbeiträgen, Tweets, Kommentaren, Posts auf Facebook, Google+ und Xing zum Ausdruck. Die Meinung in diesem Blogbeitrag gibt nicht notwendigerweise die Meinung von MathWorks wider, sondern meine persönliche.

(Foto: theaucitron auf Flickr, Lizenz Creative Commons-BY-SA)

Jetzt mit Zitaten in biblatex – das LaTeX-Buch in der vierten Auflage

Aus dem Inhalt:

  • Installation und Konfiguration
  • Gliederungsbefehle
  • Textformatierung und Strukturierung
  • Aufzählungen und Nummerierungen
  • Querverweise
  • Fußnoten
  • Satzspiegel und Layout
  • Tabellen erstellen, formatieren und einfügen
  • Grafiken erstellen und einfügen
  • Mathematische Formeln erstellen und einfügen
  • Kopf- und Fußzeilen
  • Literatur zitieren und verwalten mit biblatex
  • Inhalts-, Abbildungs-, Tabellen-, Literaturverzeichnis und Index erstellen
  • Längere Arbeiten aufsetzen
  • PDF erstellen und Arbeit drucken
  • Fehlersuche

 

Was haben Sie von der vierten Auflage von »Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX«? Es ist das erste LaTeX-Buch für Einsteiger auf deutsch, das Zitate mit biblatex behandelt und das Zitieren und Erstellen eines Literaturverzeichnisses (besonders wichtig, wie in letzter Zeit zu sehen!) damit deutlich vereinfacht. Dazu gibt’s außerdem auf vielfachen Wunsch der Leser neu einen Abschnitt über den Satz von Quellcode. Geblieben sind natürlich die Einführung in die LaTeX, alle Arten der Textauszeichnung, das Einfügen von Grafiken, das durchgängige Beispiel zu Tabellen, Stichwortindex, Inhaltsverzeichnis, Mathematik und das beliebte Kapitel über öfters gesehene Fehlermeldungen.

Lesen Sie das LaTeX-Buch, Sie bekommen es für 19,95 € im Buchhandel oder hier:

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Vortrag auf der ICST 2011: It‘s Math That Drives Things – Simulink as Simulation and Modeling Environment

Auf der IEEE International Conference on Software Testing, Verification and Validation (ICST) in Berlin hatte ich die Gelegenheit, als Informatiker eine Gruppe von größtenteils ebenfalls Informatikern über die Bedeutung von dynamischer Simulation für den Software- und Systemtest aufzuklären.

In zwölf Minuten ging es vom Beispiel einer Windkraftanlage im Modell bis hin zu den Verifikations- und Validierungsmethoden, die in MATLAB & Simulink vorhanden sind. Das Modell der Windkraftanlage findet sich auf MATLAB Central.

Informatik und Ingenieurwesen haben in der Tat noch einen langen Weg vor sich, um besser zusammenzuwachsen und von den jeweiligen Stärken der Fachgebiete und der Spezialisten wechselseitig zu profitieren.

Lesen: Daniel Tammet – Elf ist freundlich und Fünf ist laut

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“…und Ihnen die Zuversicht vermitteln, dass es letzten Endes möglich ist, ein glückliches und produktives Leben zu führen. Ich bin der lebende Beweis dafür.”

Ein Savant ist ein Autist oder Asperger mit besonderen Fähigkeiten, wie etwa hoher Gedächtnisleistung, grandiosen Rechenkünsten oder besonderem Sprachverständnis. Synästhesie ist ein davon unabhängiges Phänomen, bei dem Menschen für bestimmte Buchstaben, Worte oder Zahlen andere Sinneseindrücke wie Formen, Farben, Gerüche oder Klänge spüren. Daniel Tammet vereint beide Phänomene, und er hat ein Buch über sich geschrieben: Elf ist freundlich und Fünf ist laut. Weiterlesen

Simulink-Quadrocopter-Interview auf der Electronica 2010

Zusätzlich zu dem im vorigen Post zur Electronica 2010 genannten Video gibt es von der Elektronik Praxis nun noch ein zweites Interview online, das unsere Demonstration von MathWorks zusammen mit der TU München und Ascending Technologies zum Quadrocopter thematisiert:

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Dissertation: Architektursimulation von verteilten Steuergerätesystemen

Meine Dissertation mit dem Titel „Architektursimulation von verteilten Steuergerätesystemen“ ist 2006 erschienen im Logos Verlag, Berlin, ISBN 3-8325-1135-0.

Aus dem Inhalt

Architektursimulation

Eine neue Methode für die Absicherung von Entwicklungen in der Automobilelektronik? Was genau ist Architektursimulation? Was bringt diese Methode?

Architektursimulation ist eine Methode zur Simulation des Zusammenwirkens von Funktionen auf verschiedenen Geräten eines automobilen Steuergeräteverbundes. Sie berücksichtigt dabei die Einflüsse der Hardware- und Systemplattform.

Mit Hilfe von Architektursimulation können Plattformentscheidungen fundierter getroffen werden und Probleme, die bei der Integration von Plattformbausteinen und Funktionskomponenten auftreten, früher erkannt und behoben werden.

Das Buch zieht einen Vergleich von Architektursimulation zu statischen bzw. formalen Analysemethoden und spricht methodische Empfehlungen aus.

Die Architektursimulation wird hinsichtlich ihrer Praxisrelevanz und Einsetzbarkeit kritisch hinterfragt und bewertet. Besonderes Augenmerk wird dabei auf eine Metrik für die Abstraktion gelegt, die es erlaubt, Modelle und Werkzeuge auch über die Architektursimulation hinaus hinsichtlich ihrer Abstraktionsfähigkeit zu bewerten.

Buchbestellung

Das Buch gibt es für 40,50€ entweder auf Anfrage direkt bei mir oder andernfalls bei Amazon oder beim Logos Verlag.

Vorlesung Verteilte Systeme: Qualität und Sicherheit

1 Ziel der Vorlesung

Das korrekte Funktionieren von Systemen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Jedoch wird der Qualität und Funktionssicherheit von Systemen oft zu wenig Beachtung geschenkt und allzuoft versucht Qualität nur durch Testen zu erzeugen. Die Vorlesung möchte alternative Wege aufzeigen und ein Bewußtsein für Qualität und Funktionssicherheit von Systemen schaffen.

Qualität und Funktionssicherheit können unter anderem erreicht werden durch formale Modellierung, (formale) Verifikation, Prozeßnormen und Entwicklungsnormen. Weiterlesen