Schlagwort-Archiv: Internet

Internet Gehirn. Collage aus Fotos von everyone’s idle auf Flickr, Lizenz CC-BY-SA, und bhav.bhav auf Flickr, Lizenz CC-BY.

Lesen: Nicholas Carr – The Shallows. Wer bin ich, wenn ich online bin und was macht mein Gehirn solange

Gehirn? Internet? War da nicht vor einigen Monaten ein kleiner Aufruhr im Netz, als ein Manfred Spitzer ein Buch über digitale Demenz herausbrachte? Nicholas Carr hat sein Werk »The Shallows« – zu deutsch »Die Geistlosen« – schon 2010 veröffentlicht. Er nimmt sich nicht die gesamte Digitalisierung vor, sondern beschränkt sich auf die Effekte, die beim Nutzen von Webinhalten mit der Zeit entstehen. Der Titel »The Shallows« lässt schon erahnen, dass Nicholas Carr die Entwicklung nicht unbedingt begrüßt, wird doch shallow mit seicht, oberflächlich oder geistlos übersetzt. Im deutschen heißt das Buch »Wer bin ich, wenn ich online bin…: und was macht mein Gehirn solange? – Wie das Internet unser Denken verändert«

Dieser Post erläutert die Ideen des Buches und meine Einschätzung dieser und des Themas. Weiterlesen

Telefon

Medienkompetenz beginnt schon mit dem Telefon

Gibt es eine Verbindung zwischen Christian Wulff und Medienkompetenz? Wie die meisten Verbindungen würde er auch diese wohl reflexartig leugnen, und ich stimme ihm zu. Mangelnde Medienkompetenz jedoch mit emotionaler Aufregung zu entschuldigen, macht es noch schlimmer, denn was macht er denn, wenn wirklich mal was in der Sache ernstes ist?

Was ist Medienkompetenz? Ohne nachzusehen: im eigentlichen Wortsinne wird dies wohl die Kompetenz sein, mit Medien umzugehen. Welche Medien ist durch den Begriff zunächst nicht festgelegt. In den letzten Jahren wird jedoch hauptsächlich Fernsehen und vor allem Internet als Medien gesehen, für die es einer Kompetenz bedarf, oder auf der anderen Seite vor allem fürs Internet besonderere Regulierungen, die eine Kompetenz wiederum überflüssig machen sollen. Ich halte es da eher mit der Erklärung des Elektrischen Reporters Mario Sixtus.

Interessanterweise fordert die Politik oftmals eher Regulierungen, während Intensivnutzer eher die Medienkompetenz fordern und gelegentlich klarer umreißen. Wenn Politiker Medienkompetenz fordern, dann mit Fokus auf Kinder und auch wieder eher regulierend (Siehe Sabine Böger, »Sachstand«, Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestags). Woher kommt das? Vielleicht daher, dass so mancher Spitzenakteur der Politik nicht eben vor Medienkompetenz strotzt? Oder weil sich mancher Medienkompetenz darin erschöpft, wortgewandt in ein Mikrofon eines Journalisten zu sprechen?

Was ist also Medienkompetenz? Für mich ist es die Fähigkeit, ein Kommunikations- oder Unterhaltungsmedium so zu verwenden, dass der persönliche Nutzen kurz-, mittel- und langfristig am besten werde. Weiterlesen

Browserlogos. Icons (c) by Microsoft, Google, Apple, Opera, Mozilla

4 Gründe, warum die Wahl des Browsers nicht mehr entscheidend ist

Unterwegs surfe ich mit Safari, am Laptop und Desktop meistens mit Chrome, bisweilen mit Firefox. In der Arbeit brauche ich für SharePoint und eine unserer Intranetanwendungen noch zwingend den Internet Explorer von Microsoft. Ja und? Kann ich mich nicht festlegen?

Es ist mit persönlich weitgehend egal geworden. Ich verwende den Browser, der mir am besten in der Hand liegt. Auf dem Mobiltelefon ist das eben Safari. Funktioniert, wenngleich ich mir das Textumbruchverhalten des Android-Browsers wünschte. Firefox nutze ich am PC oft aus Gewohnheit, dafür startet Chrome schneller und läuft mit vielen Tabs stabiler. Tja, und Microsoft SharePoint kann ich zwar mit jedem Browser ansehen, aber nur mit dem Internet Explorer vernünftig damit arbeiten. Selbiges gilt auch für eine unserer wichtigsten Intranetanwendungen in der Arbeit.

Warum meine ich nun, es sei fürs allgemeine Internet egal, welchen Browser man benutzt?

  1. Moderne Browser sind akurater in der Darstellung von Websites geworden. Die meisten Elemente der Aussehensdefinition CSS werden von allen aktuellen Browsern gut umgesetzt.
  2. Auf verschiedenen Zugangsgeräten sind oft nur bestimmte Browser verfügbar. Was auch immer Ihr präferierter Browser ist: auf dem jeweiligen Gerät gibt es vielleicht nur einen oder zwei. Weil die Plattform es nicht anders zuläßt (Apple iPhone, Apple iPad), weil es einfach nicht alle Browser für alle Geräte gibt (Android) oder weil ihr Firmen-PC das Installieren eigener Software nicht zuläßt.
  3. Die Tastaturkürzel sind bei den meisten Desktop-Browsern sehr ähnlich. Der zeitweise Umstieg von einer auf die andere Software mag zwar viele Feinheiten und Produktivitätsvorteile eines bestimmtem Browsers missen lassen, doch die grundsätzliche Bedienung ist überall gleich. Strg-T öffnet einen neuen Tab, Strg-Tab wechselt zwischen Tabs, Strg-W schließt einen Tab, Strg-N öffnet ein neues Fenster, Strg-D speichtert ein Lesezeichen und F6 oder Strg-L springt in die Adresszeile. Der mittlere Mausklick oder Strg-Klick hat sich zum Öffnen von Links in einem neuen Tab ebenfalls durchgesetzt.
  4. Es ist immer mal der eine, dann wieder der andere Browser der Treiber, wass Innovation angeht. Die anderen übernehmen Neuerungen oft nach einiger Zeit, so dass derjenige, der nicht immer das neueste Feature haben muss, entspannt sein kann. Netscape fing an, dann übernahm Microsoft, dann Opera, dann Mozilla mit Firefox, jetzt gerade Google mit Chrome. Wer weiß schon, was in ein oder zwei Jahren ist?

Sehen wir uns doch die gängigen Browser einmal an:

  1. Internet Explorer ist nicht mehr der Antichrist, was Webstandards angeht, zumindest nicht in den neueren Versionen. Sie verstehen ganz normales CSS und stellen Seiten vernünftig dar.
  2. Chrome ist schnell und hat einige nette Funktionen, die ich gerne nutze, wie etwa einfach in der HTML-Struktur der Seite herumzunavigieren. Chrome ist von Google und teilweise Open Source, aber eben nur teilweise.
  3. Firefox bringt ein reichhaltiges Ökosystem an Add-Ons mit, die einiges bringen, aber auch den Speicherverbrauch aufblähen und das Arbeiten damit bisweilen zäh machen. Firefox ist Open Source, betreut von der Mozilla Corporation.
  4. Safari von Apple ist in Ordnung, ich hatte nur noch keinen Grund, mich außerhalb des Smartphone daran zu gewöhnen. Mir gefällt die Übersicht der zuletzt angesehenen Webseiten, die Chrome hier abgekupfert hat.
  5. Opera ist schick und ähnlich schnell wie Chrome. Stellt alles sauber dar, was ich brauche. Ist mir von der Benutzeroberfläche her zu mächtig, daher nutze ich diesen fast gar nicht. Opera Software ist die einzige Firma in der Liste, deren kostenloses Hauptprodukt der Browser darstellt.

Außer Konkurrenz, aber für mich eine Erinnerung an Studienzeiten:

  • Lynx ist immer noch ausgezeichnet, wenn man die Vorlesetauglichkeit einer Website prüfen will. Zum normalen Arbeiten nutze ich ihn gar nicht, und früher nur, wenn ich auf einem anderen Computer per Telnet surfen wollte. Lynx ist ein Open Source-Projekt.

So viele Programme, um das Web zu nutzen. Mit dem Einsatz von Firefox setzen Sie am ehesten noch ein Zeichen für Open Source Software, ansonsten gilt: Letztendlich ist es weitgehend Geschmackssache. Und das ist gut so.

Die Logos der Browser im Bild oben sind Eigentum der jeweiligen Firmen und Organisationen: Microsoft, Google, Apple, Opera, Mozilla.

Schlüssel

Bitte mehr Sorgfalt mit Online-Passwörtern

Viele Benutzernamen bei vielen Internetdiensten sollten alle auch verschiedene, sichere Passwörter haben. PasswordMaker löst das Dilemma, indem aus einem Masterpasswort und Domainname ein sicheres Passwort pro Dienst generiert wird.

Jeder Dienst braucht ein eigenes Passwort

Wieviele Passwörter brauchen Sie im Internet? Eines für die Mails. Eines für den DSL-Provider. Eines für Facebook, für LinkedIn, für Xing, für Google. Eines für ihren Elektronikversender, eines für Amazon, eines für eBay. Eines für jeden Spezialshop, wie etwa für Möbel, Kleidung, Spielzeug. Dann noch eines für ihre Lieblingscommunity zu Hobby, Film oder Schauspiel. Verwenden Sie etwa immer dasselbe? Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch fahrlässig. Denn das heißt, dass Sie dem einen Shop die Zugangsdaten zu allen anderen ebenfalls anvertrauen.

Also müssen verschiedene Passwörter her. Und wie merken Sie sich die alle? Wie erfinden Sie die Passwörter alle? Viele meiner Mitmenschen, mit denen ich mich über das Thema unterhielt, haben das “Erfinden” von Passwörtern versucht. Dabei kommt dann üblicherweise ein kurzes deutsches Wort mit einer angehängten Zahl raus, und die Zahl auch nur deswegen weil die Internetanwendung es fordert.

Ein sicheres Passwort erfinden und merken

Sichere Passwörter erfinden funktioniert gut, wenn Sie sich einen Satz mit ungefähr zehn bis fünfzehn Wörtern ausdenken, den Sie auch immer wieder gut rezitieren können, und aus dem jeweils ersten, zweiten oder dritten Buchstaben eines jeden Wortes das Passwort bilden. Noch sicherer wird es, wenn Sie die Satzzeichen mit einbeziehen und ein vorkommendes Zahlwort als Ziffern schreiben. Beispiel: “Meine Oma wohnt seit über vierzig Jahren in Hamburg.” ergibt das Passwort “MOwsü4JiH.” für die ersten Buchstaben, oder “emoeb0ana.” für die zweiten Buchstaben. Nehmen Sie als Regel hinzu, dass Substantive immer zu einem Großbuchstaben führen, dann lautete das zweite “EMoeb0AnA.”.

Glauben Sie mir, Sie brauchen mehr Passwörter als dieser Satz hergibt. Oder mehrere Sätze. Die Gefahr besteht nun darin, dass das ganze so kompliziert wird, dass Sie sich den Satz immer auf Papier aufschreiben müssen, damit Sie das Passwort rausbekommen.

Nun gibt es ja auch Passwortprogramme. Die meisten jedoch sind im Prinzip verschlüsselte Notizbücher, die die ganzen Passwörter auf ihrem Computer abspeichern. Oder eben irgendwo im Internet, weil sonst haben Sie sie ja nicht unterwegs verfügbar. Nur halte ich es auch für eine schlechte Idee, alle seine Passwörter irgendeinem Dienst oder einer App anzuvertrauen.

Immer das passende, sichere Passwort frisch generieren

Die Lösung heißt: Generierte Passwörter, zum Beispiel mit PasswordMaker. Das ist ein Programm, dass innerhalb Ihres Browsers oder als App auf dem Smartphone läuft, und aus einem sogenannten Master-Passwort und einem Domainnamen ein Passwort generiert. Sie merken sich also nur das Master-Passwort, das eigentliche Passwort entsteht immer dann, wenn Sie es benötigen. Und da wird nichts abgespeichert, alles flüchtig. So baut PasswordMaker beispielsweise aus dem Master-Passwort »Passwort« und dem Domainnamen »schlosser.info« mit der Standardkonfiguration auf 10 Zeichen das Passwort »Fu+3G40%m#«. Das errät keiner. Und wenn Sie noch sicherer sein wollen, dann verwenden Sie eben mehrere Master-Passwörter, etwa eines fürs Shopping, eines für Bank, eines für Social und so fort.

Manche Internetdienste erlauben leider noch keine Sonderzeichen in den Passwörtern, so dass Sie sich eine zweite Konfiguration anlegen sollten (das geht bei jedem PasswordMaker-Plug-in), welches nur Buchstaben und Zahlen erzeugt. Für das obige Beispiel entstünde dann »D22mY2A2e2UN«.

Bitte installieren Sie sich PasswordMaker für Firefox, PasswordMaker Pro für Google Chrome, PasswordMaker Opera Widget, oder als Javascript-Version z.B. für Internet Explorer. Auf dem Smartphone gibt es PasswordMaker als App fürs iPhone und PasswordMaker als App für Android.

Wenn Sie mehr als eines dieser Programme nutzen, so achten Sie darauf, dass die Profile bzw. Konfigurationen überall die gleichen sind, also denselben Algorithmus eingestellt haben, denselben Zeichensatz und dieselbe Länge des generierten Passworts.

Und, wie halten Sie’s mit Ihren Online-Passwörtern?

Das ZDF enthüllt: Pinnwände werden vielleicht gelesen.

Helga Hauke  / pixelio.de

Gestern kam Internet im Fernsehen. »Hilfe, ich bin nackt«, am 15. Juni um 22:45 Uhr auf ZDF und (noch) in der Mediathek. Und natürlich hat das ZDF im Internet dazu geschrieben veröffentlicht.

Der Einstieg für den Fernsehzuschauer ist, so finde ich, noch gut zugänglich gestaltet, immerhin kann man davon ausgehen, dass bei vielen aus der Schnittmenge Fernsehzuschauer und Internetnutzer das Problembewußtsein nicht besonders ausgeprägt ist. Die Versuchsanordnung ist einfach: Man nehme den Namen einer Person und sehe, was sich alles über diese Person herausfinden läßt.

Der meiner Meinung nach beste Kommentar zur Sendung findet sich auf Twitter:

[blackbirdpie id=81108739721146370]

Aber zum Experiment: Na super. Man kann tatsächlich jemanden Googeln und auf verschiedenen Portalen suchen, oha, etwas über ihn lesen wenn man bei Facebook verbunden ist. Und dritten zeigen. Das demonstriert Prof. Hendrik Speck von der FH Kaiserslautern dann auch, wobei das im konkreten Fall gar nicht notwendig ist, weil Testperson Thomas Praus auf seiner Website, die von Google auch ganz oben ausgespuckt wird, sowieso auf seine Profile im Social Web hinweist.

Als netten und doch belanglosen Zwischenstopp auf der roten Couch gibt Psychologe Michael Thiel Ideen, warum Facebook funktioniert: Der Wunsch, dazugehören, nicht allein sein, und Showbühne.

Zurück zu Prof. Speck und der dramaturgisch wunderbarer Zettelwand mit ausgedruckten Karten, Fotos und Post-It-Beschriftungen. Kennen wir ja von Profilern aus Filmen und Krimiserien. Es sind jetzt knapp 12 min vorbei und leider noch nichts über technische Wahlfreiheit gesagt. Niemand zwingt mich, diese Daten preis zu geben.

Jetzt wird vermeintlich interessant: Martina Tomaschowskis Firma hat ein Social Media Analyseprogramm. Die machen wahrhaft Ungeheuerliches: Sie verwenden frei verfügbare Information aus dem Internet. Und natürlich ist das auch ein Geschäft. Was daran nun verwunderlich oder neu sein soll, ist mir schleierhaft, denn das Geschäftsmodell ist alt: Umfrageinstitute gibt es schon lange, nur dass es jetzt eben oft auch ohne Anruf geht.

So, die Hälfte ist vorbei: Endlich kommen wir von absichtlichen, freiwilligen Angaben zu Smartphones, die in Fotos auch Ortsinformationen abspeichern können, wenn man es nicht anders konfiguriert, und über Apps allerlei Unsinn verschicken können. In Sachen Apps finde ich ja das Modell bei Android ganz angenehm: Vor der Installation wird angezeigt, welche Informationen diese App gerne verwenden würde. Da empfehle ich so wie auch der Mitarbeiter der TU Darmstadt im  Beitrag: vor dem Installieren diese Angaben Lesen! Ansonsten: vielleicht hat ja das geschlossene Modell wie bei Apple doch Vorteile? Schaut Apple, was die Apps tun?

Nach 20 Minuten geht’s jetzt in die AGB von Facebook & Co. Ausgedruckt (!)zum Medienrechtler Prof. Dr. Thomas Hoeren damit. Natürlich ist vieles grenzwertig zu deutschem Recht und oftmals fragwürdig.

Bei der Konfrontation mit den Ergebnissen der Recherche gibt Testperson Thomas Praus zu bedenken, dass er das meiste davon freiwillig ins Netz gestellt hat. Manches auch nicht, wie etwa Daten von Familie. Die wiederum stehen auch nicht wirklich mit ihm verbunden im Netz, sondern das Filmteam hat die ganz alte Methode der Triangulation von Informationen eingesetzt. Das konnte ich in Zeiten von Schuljahresbericht und Telefonbuch aber auch schon. In seinem Blog teilt Praus denn auch seine Ratlosigkeit, was der Film uns sagen will.

Die Autorin geht zum Standesamt, um sich wegen der Idee des vormaligen Google-Chefs umzuhören, der im Zweifelsfall eine Namensänderung empfahl. Der Standesbeamte antwortet ebenso ahnungslos wie komisch: »Das Internet ist ein rechtsfreier Raum, das weiß doch jeder.« Ist es nicht. Nur wer eben an ein schwarzes Brett, das von jedem gelesen werden kann, Dinge schreibe, die er/sie nicht vertreten kann, dann ist demjenigern in der Tat nicht zu helfen. Sabrina Hermsens Schlussbemerkung ist dennoch für den Zuschauer hilfreich: Jeder Nutzer sollte sich bewußt machen, was er im Internet tut. Und wenn der Film nur das bei zwei Zuschauern bewirkt, dann ist’s doch schon gelungen. Meine Befürchtung ist leider eher, dass mal wieder die Ängste überwiegen und andere Internetausdrucker daraufspringen und wiedermal eine Irgendwasverschärfung fordern.

Wie immer gilt: wenn mir eine Dienstleistung wirklich nutzt, also beispielsweise Nachrichten mit Bekannten teilen (Facebook), öffentliche Pinnwand (Twitter etc.), Leute real treffen können (Foursquare etc.), sich beruflich austauschen (Xing etc.), über Videos diskutieren und hochladen (Youtube etc.) und andere, dann habe ich den Preis in Form von Information dafür zu entrichten. Ich freu mich heut noch über die Möglichkeit, meine alten öffentlichen Postings aus dem Fido-Net von Mitte der Neunziger nachlesen zu können. Foursquare dagegen nutze ich derzeit nicht, weil der Mehrwert für mich ganz persönlich nicht gegeben ist. Ja und? Auch Laurent Meister ist nicht wirklich begeistern vom dem, ebensowenig wie Johannes Zöttl.

Macht das ZDF dann eigentlich auch noch einen Beitrag über das, was Einwohnermeldeämter so mit unseren Daten anfangen?

(Bild: Helga Hauke/pixelio.de)

wordpress-blue-xl

Die 7 leserfreundlichsten WordPress-Plugins

Listen der besten (was auch immer das heisst) WordPress-Plugins gibt es viele, wie etwa die Lumma-Liste, bei Blogeffekt oder bei ABC, oder ganz ohne Plugins auch Anleitungen mit Grund-Dingen. Diese sind meist aus Sicht des Blogautors (also Rolle) zusammengestellt. Mich interessiert: welche Plugins sind aus Lesersicht besonders zu empfehlen?

Dieser Artikel listet alphabetisch die 7 für mich wichtigsten WordPress-Plugins auf, die es dem Leser einfacher und angenehmer machen, sowohl eine Website zu nutzen, als auch sie ersteinmal zu finden. Zudem sage ich auf diese Weise den Autoren der Plugins Danke.

  1. Link Indication. Auch dieses Plugin ist meiner Ansicht nach ein Gebot der Höflichkeit gegenüber dem Leser: Es signalisiert mit kleinen Symbolen neben Hyperlinks, auf welche Art von Dokument oder Website verlinkt wird, also beispielsweise PDF, Wikipedia, Programme, Zip-Archive, usw.. Funktioniert ohne weiteres zutun.
  2. Redirection. Wer eine Seite auf einen anderen URL umzieht, der sollte tunlichst eine sogenannte 302-Umleitung einrichten, die sowohl Besucher umleitet als auch Suchmaschinen darüber informiert, wo die Seite nun zu finden ist. Dieses Plugin hilft dabei, auch mit einigen Automatismen und Auswertungen, wie oft denn der alte URL noch aufgerufen wurde. In Summe eine gute Sache, und ein Dienst am Leser.
  3. JetPack. Auch wieder ein Gebot der Höflichkeit gegenüber dem Leser, ihm zum einen die Möglichkeit zu geben, einfach den Artikel in verschiedenen sozialen Netzwerken zu posten, und zum anderen auf die verschiedenen Profile des Autors hinzuweisen. An Netzwerken stehen alle wesentlichen zur Verfügung.
  4. Similar Posts. Anhand der Verschlagwortung (»Tags«) und der Kategorie ermittelt dieses Plugin ähnliche Artikel im eigenen Blog und hängt deren verlinkte Titel als Leseempfehlung unten an jeden Artikel an. Auch dies ist wieder ein Dienst am Leser.
  5. WP CleanUmlauts2. Wer auf deutsch in WordPress bloggt, der möchte bei Umlauten im Titel des Artikels als URL die korrekte Entsprechung ohne Umlaute haben, nicht einfach den Umlaut ohne Punkte. Dieses Plugin sorgt dafür, dass dies automatisch geschieht. Beispiel: Aus dem Titel »Mögliche Wörter« macht WordPress standardmäßig »mogliche-worter«, mit dem Plugin wird daraus »moegliche-woerter«. Und das ist doch schöner und außerdem besser verständlich für den Leser, der ja vielleicht auch mal einen URL direkt eintippt.
  6. WordPress SEO.Hilft, die Metadaten der Seite so anzupassen, damit es der Seite wiederum hilft, von Suchmaschinen richtig eingeordnet und verschlagwortet zu werden. Es gibt sowohl Einstellungen für den ganzen Blog als auch pro Seite oder Artikel. Und was besser gefunden wird, hilft auch dem Leser besser.
  7. WP Minify. Nun haben wir einige Plugins eingebunden. Viele bringen eigenes Javascript und eigenes CSS mit. Das bläht aber die Seite auf: bei Laden der Seite fallen zusätzliche Abfragen für jede referenzierte Javascript- oder CSS-Datei an. WP Minify fasst diese zusammen, so dass der Internetbrowser jeweils nur eine Javascript- und eine CSS-Datei laden muß, und kann außerdem den Code von HTML, CSS und Javascript komprimieren, damit insgesamt auch weniger Volumen übertragen wird. Vorsicht, dieses Plugin bricht leicht, und das Ergebnis sieht man dann auch. Deshalb kontrolliere ich nach einem Update des Core oder von Plugins immer, ob’s noch funktioniert. Im Moment des Schreibens dieses Artikels habe ich das Plugin deaktiviert, weil es Probleme gab.

Für alle dieser Plugins gilt freilich auch: Was dem Leser hilft, ist letztendlich auch gut für die eigene Seite.

Und welche Plugins halten Sie für besonders hilfreich für Ihre Leser?

Soziale Netze und ihre analoge Entsprechung oder wie Sie Xing besser nicht benutzen

Xing Nachrichten

Halten Sie sich immer vor Augen, wie eine Aktion in einem sozialen Netz in der analogen Welt entprechend aussähe und respektieren Sie Ihr Gegenüber.

Der Sinn von sozialen Netzwerken – die Problemstellung

Wozu sind soziale Netzwerke wie Xing da? Um Kontakte, die man auf direkte oder indirekte Weise kennenlernt, aufheben zu können, um später mit dem betreffenden wieder in Kontakt zu treten, und um außerdem von deren Netzwerk profitieren zu können und diese im Gegenzug von unserem. Zumindest meiner Meinung nach.

Wozu sind soziale Netzwerke nicht da? Zahllos Kontakte zu sammeln, die man nicht kennt, ist wohl weniger das Ziel, gleichwohl es Mitglieder gibt, die dies verfolgen. Zumindest meiner Meinung nach.

Eine Spam-Nachricht in Xing – das konkrete Beispiel

So erhielt ich unlängst folgende Xing-Nachricht:

Xing NachrichtenspamHallo,
Sie sind Mitglied in der Gruppe <XYZ>,
ich würde Sie gerne zu meinem Netzwerk hinzufügen,
vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit gemeinsam an Synergien teilzuhaben
Gruss
##########

Hallo,
Sie sind Mitglied in der <ABC> ,
ich würde Sie gerne zu meinem Netzwerk hinzufügen,
vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit gemeinsam an Synergien teilzuhaben
Gruss
##########

Tatbestand des Spammens – die Interpretation

Seit dem Tag bin ich davon überzeugt, dass man zum Spammer werden kann, ohne dass man sich selbst als solcher wahrnimmt. Was denkt sich jemand dabei? Nehme ich mir ein Telefonbuch heraus, rufe Leute an, deren Namen mir gefällt und frage, ob sie mich nicht in ihr Adressbuch aufnehmen möchten? (Denn das ist ja ein Bestandteil der bidirektionalen Vernetzung in Xing). Und das, ohne sie persönlich anzusprechen, ja sich nicht einmal die Mühe zu machen, für die beiden Xing-Gruppen, von denen ich nur in einer Mitglied bin, separate Nachrichten zu verfassen?

Was ich ebenfalls nicht weiß, ist, wie man gemeinsam an Synergien teilhat, bislang ging ich davon aus, dass Synergien erst durch Zusammenarbeit entsteht. Und um noch ganz pingelig zu sein: »Gruß« schreibt man mit Eszett, weil das »u« davor lang gesprochen wird.

Nachdenken und analog handeln – Lösungsansätze

So sehe ich mehrere Ansätze, diese Nachricht zu verstehen und zu lösen:

  1. Derjenige ist interessiert daran, dass ich ihn in mein Adressbuch schreibe. Lösung: ich aber nicht, wird nicht passieren. Ich halte das für Spam und gab diese Ansicht auch an Xing weiter.
  2. Derjenige ist interessiert daran, was ich so mache. Lösung: dafür gibt es asynchrone soziale Netze wie Twitter. Dort kann er mir folgen, ohne dass ich etwas zu tun brauche.

Und was haben Sie jetzt davon? Welcher Grundsatz ist beim Umgang mit sozialen Netzen für mich hilfreich?

Beispiel: dieser Blogpost ist ein Blatt einer zusammengetackerten Mappe, die irgendwo auf einem Tisch im Foyer einer Tagung liegt. Müssen Sie nicht lesen, ich freu mich wenn Sie es doch tun. Ich poste den Titel und Link in Xing und Twitter und hefte damit das Blatt an mein schwarzes Brett. Wer regelmäßig auf mein schwarzes Brett sieht, wird also davon erfahren, muß aber nicht.

Da halte ich es wie der Artikel im Orange Marketing Blog: Ich nehme soziale Netze persönlich.

Halten Sie sich immer vor Augen, wie eine Aktion in einem sozialen Netz in der analogen Welt entprechend aussähe und respektieren Sie Ihr Gegenüber.

Welche Verhaltensweise in sozialen Netzwerken stört oder befremdet Sie? Bitte fügen Sie Ihren Kommentar hinzu.

E-Post oder wenn Plagiarismus auf Datensammelwut trifft

Um’s kurz zu machen: Kein Mensch Bürger braucht E-Post. Denn was soll einer der Hauptvorteile davon sein? Dass man sichergehen kann, dass derjenige, dem man schreibt, auch der richtige ist. Und andersherum dass der Sender einer Mail ebenfalls eindeutig zu identifizieren ist. Meine Herren und Damen, das gibt’s schon. Sogar in Programmform, heißt Pretty Good Privacy und gibt’s auch als GNU Privacy Guard für umsonst und frei. Bloß nicht in dem schicken Gelb wie bei der Post.

E-Post ist laut Kleingedrucktem unbenutzbar“, wie Holger Köpke feststellte, nicht nur weil teuer und mit 95% Verfügbarkeit eventuell gute zwei Wochen im Jahr nicht erreichbar, sondern auch noch mit einer Abrufverpflichtung versehen (sehr schön aufgegriffen von Markus Beckedahl) und mit Spamgarantie. Und nicht zuletzt natürlich auch mit Herausgabe von Daten an Behörden, die dies eventuell wollen. Jens Scholz macht sich denn auch Gedanken über die Auswirkungen auf die Vertraulichkeit solcherart übertragener Nachrichten.

Es werden trotzdem Heerscharen diese Dienste nutzen, einfach deshalb weil’s die Deutsche Post anbietet. Und das hat ja schon fast was notarielles. Ich finde den Dienst einfach nur deshalb überflüssig, weil’s das im Prinzip schon gibt. E-Post ist ein Plagiat, nur leider ein schlechtes.

Die seit langem verfügbare Möglichkeit, Nachrichten per PGP/GnuPG zu unterzeichnen, und PGP-Schlüssel bei einer entsprechenden Stelle verifizieren zu lassen, ist jedoch leider der Mehrzahl der Internetnutzer nicht bekannt. Dabei wird der öffentliche Schlüssel, den man sich generiert hat, an eine Zertifizierungsstelle übertragen und auf verschiedene Weisen sichergestellt, daß der Schlüssel auch wirklich zur jeweiligen Person gehört.

Und die Sache mit der Schlüsselzertifizierung wäre auch die elegante Lösung: Die Vorgehensweise des Postident ist ja auch hier anwendbar: Dann ginge man eben mit dem Fingerabdruck seines öffentlichen Schlüssels und dem Personalausweis zur Post, um sich zu einmalig zu identifizieren. Und von mir aus fördert man diese Zertifizierungsstelle dann öffentlich. Das dürfte sogar die Post selber sein.

Freilich müßten diese Zertifizierungsstellen dann noch per Gesetz anerkannt von allen Behördern sein. Wäre aber wahrscheinlich zu einfach…

Ein Gegenargument könnte sein, dass tausende Nutzer dann aber ihre privaten Schlüssel entweder verschlampen oder veröffentlichen könnten. Dassselbe passiert aber auch mit den Zugangsdaten zur E-Post. (Ich bin ja schon lange für ein Fach “Medien- und Internetkompetenz” an Schulen, Berufsschulen und Unis und von mir aus bei der Einbürgerung, aber das wäre wohl ein anderes Thema…)

Was bleibt? Ein Versuch mehr, neben einer frei und kostenlos verfügbaren Technologie eine weitere mit weniger Leistung, dafür aber kostenpflichtig zu etablieren. Gegen das kostenpflichtig hätte ich noch gar nichts, ich würde sogar eine geringe Jahresgebühr für einen zertifizierten Schlüssel zahlen, wenn mir dieser einige Behördengänge und Briefe ersparen könnte.

10 Gründe, warum Bahnfahren innerdeutsch besser als Fliegen ist

Ja, ich fahre gerne mit dem Zug, vor allem, wenn es auf Dienstreisen geht. Warum? Das möchte ich an dieser Stelle gern mal ausführen.

  1. Im IC/EC/ICE ist auch in der Holzklasse der Sitzabstand größer als im Flugzeug.Genug Platz, um den Laptop aufzuklappen. Außer im Fuggerexpress, dafür muß ich noch auf meinen Laptop mit deutlich kleinerem Bildschirm warten.
  2. Beim Zugfahren komme ich an den Bahnhof, der Zug kommt, ich setze mich auf meinen Platz und kann dann tun, was ich will. Bei Flieger muß ich erst am Check-In anstehen, dort ggf. mein Gepäck abgeben, dann an der Sicherheitskontrolle anstehen, mir dann die Zeit bis zum Boarding vertreiben, dann beim Boarding anstehen, dann im Flieger anstehen, bis ich an den Platz kam. In Summe mindestens eine halbe Stunde Verschnitt, in der ich nichts wirklich tun kann, noch nicht mal einfach rumsitzen und nichts tun.
  3. Im Zug darf man auch beim anfahren/abbremsen am Laptop arbeiten, im Flugzeug bei Start und Landung nicht. Und die Zeit dazwischen ist auf innerdeutschen Flügen gerademal zwanzig bis dreißig Minuten. Außerdem treten Verspätungen beim Bahnfahren nicht öfter auf als beim Fliegen.
  4. Zugfahren schädigt die Umwelt deutlich weniger als Fliegen. Je nach Modell entstehen beim Fliegen 300-400g/km CO2 pro Person, bei der Bahn 40-110g/km CO2 pro Person
  5. Wenn ich von einem Termin später wegkomme, nehme ich einfach den nächsten Zug. Außer bei Sparpreisen geht dies ohne Umbuchungsgebühr.
  6. Im Zug kann ich dank Handyticket auch noch direkt beim Einsteigen eine Fahrkarte lösen.
  7. Der Zug bringt mich innerhalb Deutschlands überall dahin, wo es das Flugzeug auch kann. Und noch an deutlich mehr Orte.
  8. Im Zug habe ich Internet, sei es via Mobilfunk oder stellenweise sogar WLAN. Im Flugzeug nicht oder nur zu horrenden Kosten.
  9. Die Fenster zum rausschauen sind im Zug deutlich größer.
  10. Beim Bahnfahren darf ich soviel Getränke, Shampoo und Rasierschaum im Handgepäck mitnehmen, wie ich will, und darf sie auch im Kulturbeutel lassen statt sie in durchsichtige Plastiktüten zu stecken.

Fazit: Eine Reise von Augsburg nach Hannover dauert mit dem Zug gut vier Stunden, inklusive zehn Minuten Fahrt von mir zu Hause bis zum Bahnhof Augsburg. Mit dem Flugzeug brauche ich eine gute Stunde bis zum Flughafen, fast eine Stunde am Flughafen für Check-in, Sicherheit, Boarding, eine Stunde Flugzeit, eine Stunde für Gepäck einsammeln und vom Flughafen nach Hannover reinkommen. Im einen Zug habe ich fast vier von vier Stunden am Stück für mich, im Flugzeug maximal eine halbe Stunde von vier.

Wie seht Ihr das?

Alternde Software, neue Site

Wer in der Vergangenheit schon mal hier war, dem fällt vielleicht auf, dass sich die Website verändert hat.

Zur Erinnerung: über die Jahre hatte ich mir ein Framework aufgebaut, das aus XHTML-Quellseiten plus ein wenig selbstdefiniertes Markup die fertige Website inklusive Navigation, Sitemap, internen Links und weiterem generiert. Das alles basierte auf XSLT und Apache Ant. Zwar konnte ich auf diese Weise nicht online editieren und musste dafür sorgen, dass auf dem Computer, auf dem ich gerade Änderungen vornehmen wollte, die aktuellen Quellen aufgespielt waren. Doch insgesamt passte es. Ab und an änderte ich dann hält doch direkt die Ausgabe und zog die Quellen nach.

Doch vor zwei Wochen passierte es: auf einmal übersetzte der XSLT-Prozessor, der beim Java Runtime Environment dabei ist, meine Seite nicht mehr. Offensichtlich hatte sich über die Jahre etwas an der Programmiersprache geändert oder sonstwo.

Was tun? Nun haben sich meine Bedürfnisse ohnehin geändert: ich benutze mehrere Rechner mit Internetzugang, auf denen mein Framework nicht drauf ist und die teilweise nicht an meinem Versionssystem hängen. Ich benutze ein Smartphone, auf dem übrigens dieser Artikel geschrieben wurde, und ich möchte Technologien wie RSS nutzen.

Und da bin ich nun: bei WordPress. Obwohl ich im engeren Sinne kein Blog schreibe. WordPress ist verhältnismäßig leichtgewichtig und leicht zu bedienen – im Vergleich zu einem CMS wie Joomla oder gar Typo3. Und es bietet fast alles, was ich brauche. Den kleinen Rest bekomme ich noch so hin.

Fazit: manchmal braucht es erst ein Versionsproblem, das einem in den Hintern tritt, bevor man was tut, was man eh schon länger vor hatte.