Schlagwort-Archiv: Getting Things Done

GTD Principles Sketchnote

Getting Things Done, Outlook, iPhone – Foliensatz/Slide Deck & Sketchnotes

Nachdem mich in denen letzten Wochen immer wieder Menschen gebeten haben, meinen Artikel Getting Things Done mit Outlook 2010/Exchange und iPhone/iOS etwas visuell aufzubereiten. Dies habe ich in einem ersten Schritt getan und auf Slideshare hochgeladen. Der Foliensatz ist in Englisch, damit er auch meinen internationalen Kollegen helfen kann. 

After getting inquiries from various people to take my recent post Getting Things Done with Outlook 2010/Exchange and iPhone/iOS and make it somehow more visual. So I did the first step and created something to upload to Slideshare

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Werkzeugkasten

Getting Things Done with Outlook 2010/Exchange and iPhone/iOS

In my earlier post »A System for Getting Things Done« (in German language) I have laid out my electronic implementation of the self organization method »Getting Things Done« from David Allen.

Since meanwhile I change a central element, it is time to re-write the post from scratch.

This post is available in German language, too.

Basic Principles of Getting Things Done

  • The stuff must get out of your head.
  • Define actions and results when the stuff comes up first.
  • Regularly check the open ends in life and work and update.
  • Sort actions according to their context they can get done.

For Skimmers

My environment: Outlook with Exchange and iPhone

My Getting Things Done productivity environment is that of a “normal” employed computer user: email, calendar and tasks reside in Microsoft Outlook 2010, that being connected to an Exchange server. Whatever happens has to be embeddable into that system.

As mobile device the iPhone comes along, which plays nicely with Exchange in terms of email and calendar, and roughly with tasks through the Reminder app but not as I need it. Weiterlesen

Werkzeugkasten

Getting Things Done mit Outlook 2010/Exchange und iPhone/iOS

In meinem früheren Artikel »Ein System, die Dinge geregelt zu kriegen« habe ich meine Implementierung der Selbstorganisations-Methode »Getting Things Done« von David Allen vorgestellt.

Nachdem ich mittlerweile ein zentrales Element verändert habe, ist es an der Zeit, den Artikel neu zu schreiben. (An English version of this post is available, too)

Grundprinzipien von Getting Things Done

  • Das Zeug muss raus aus dem Kopf.
  • Tätigkeiten und Ergebnisse dann definieren, wenn das Thema zum ersten Mal auftaucht.
  • Regelmäßig die offenen Enden in Leben und Arbeit prüfen und aktualisieren.
  • Aktivitäten entsprechend des Kontexts sortieren, in dem sie erledigt werden können.

Für Querleser

  • Email: In Outlook 2010 Ordner nach Aktion anlegen.
  • Aktivitäten: Outlook-Aufgaben nach Kontext gruppieren.
  • iPhone/iPad App für Aufgaben: TaskTask (Outlook & Exchange Tasks) einrichten.

Die Umgebung: Outlook mit Exchange und iPhone

Meine Produktivumgebung ist die eines »normalen« angestellten Computernutzers: eMail, Kalender und Aufgaben residieren in Microsoft Outlook 2010, das an den Exchange-Server angeschlossen ist. Was auch immer stattfindet, muss sich in dieses System einbetten lassen.

Als mobiles Endgerät kommt das iPhone dazu, das sich von Haus aus hervorragend mit Exchange in Sachen Email und Kalender verträgt, und mittlerweile durch die Reminder-App leidlich in Sachen Aufgaben, aber eben nicht so, wie ich es brauche. Weiterlesen

Wege Berg

Lesen: Stephen Covey – Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg

Stephen Coveys Buch »Die 7 Wege zur Effektivität – Prinzipien für den persönlichen und beruflichen Erfolg« von 1989, im Original »7 Habbits of Highly Effective People« ist ein Klassiker der Sachbuchliteratur, und bietet die Basis für die Arbeit am eigenen Selbst überhaupt. Auch heute, dreiundzwanzig Jahre nach dem Erscheinen, haben »Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg« nichts an Relevanz verloren, eher durch die Beschleunigung und Verdichtung sowohl der Arbeitswelt als auch des privaten und gesellschaftlichen Lebens noch an Bedeutung gewonnen.

Warum noch eine Buchbesprechung, wo es doch schon so viele im Netz zu finden gibt? Weil mich das Buch berührt, und weil es mir beim Verstehen und Anwenden hilft, darüber zu schreiben. Weil ich noch lange daran zu arbeiten habe.

Prinzipienorientiertes Leben

Covey stellt die Prinzipien, von denen er bescheiden schreibt, er hätte sie ja lediglich gefunden und aufgeschrieben, also universelle Grundlagen für wertvolles Leben dar. Er nennt sie Bestandteil einer Charakterethik, die in früheren Jahrhunderten von Philosophen noch gelehrt wurde.

Laut Covey wurde sie aber seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts zunehmend von der Persönlichkeitsethik, die mehr auf oberflächliche Auswirkungen und symptomatische Verbesserung setzt, verdrängt wurde. Viele dieser Techniken hätten im Fokus, wie man schnell beliebt würde oder Karriere machen könnte. Dabei fehlte jedoch die Basis für wirklich nachhaltigen Erfolg und inneren Frieden. Viele nach aussen erfolgreiche Menschen beklagten deshalb eine innere Leere.

Die Wege – Prinzipien

In der deutschen Ausgabe ist das englische Wort »habit« mit »Weg« übersetzt. Schon das Vorwort weist darauf hin, dass dies zwar keine wörtliche Übersetzung ist, das Konzept »habit« jedoch über die wörtliche Entsprechung »Gewohnheit« hinaus ginge. Das stimmt, auch der Begriff »Verhalten« spielt mit hinein. Es wurde so der Begriff »Weg« gewählt, um alles einzuschließen, das zur Effektivität führt.

Die Sieben Wege beginnen mit drei Wegen zum persönlichen Erfolg, dem drei Wege zum öffentlichen Erfolg folgen. Der siebte Weg umfasst alle anderen.

  1. Proaktiv sein.
  2. Schon am Anfang das Ende im Sinn haben.
  3. Das Wichtigste zuerst.
  4. Gewinn-Gewinn denken.
  5. Erst verstehen, dann verstanden werden.
  6. Synergien schaffen.
  7. Die Säge schärfen.
    Weiterlesen
Foto von Tim Green

Die 6 besten Neujahrs-Posts im Web 2013

Das neue Jahr hat begonnen – mit reichlich Lesestoff. Sechs englischsprachige Blogposts über das, was jeder selbst beginnend mit dem Neujahr 2013 tun kann, möchte ich hier vorstellen. Alle dieser Artikel kreisen um die Themen den Kopf und andere Bereiche frei machen, Vorsätze fürs neue Jahr halten, Fit werden und bleiben und sich reflektieren.

Den Kopf und andere Bereiche frei machen

Wenn ich eine Aufgabe fertig gestellt habe, dann ist sie erst richtig fertig, wenn ich sie auch loslasse. Und nur dann kann ich mich voll und ganz der nächsten Aufgabe widmen. Diesen eindringlichen Rat gibt im Artikel What do you need to stop doing? David Allen, der Finder von Getting Things Done im Blog seines Unternehmens. Weiterlesen

Video über die 5 kinderleichten Schritte zu natürlicher Projektplanung nach GTD

Aus dem Artikel über Natürliche Projektplanung nach GTD von vor zwei Wochen wurde mein Toastmasters-Redeprojekt Nr. 9 »Überzeugen«. Die Kamera lief mit, und so stelle ich das Video hier zur Verfügung. Ich habe mich soweit wie möglich an die Empfehlungen von Garr Reynolds gehalten.

Wer übrigens selbst mal bei einem unserer Toastmasters-Treffen dabei sein möchte, ist jeden 1. und 3. Montag im Monat herzlich bei den Münchner Brainstormers willkommen!

Wie immer habe ich die Rede mittels der Methode »Write to the Top« ausgearbeitet. Bei dieser Methode arbeite ich im ersten Schritt ein sogenanntes »Focus Sheet« aus, das mir hilft, den Kern und die Besonderheiten der Rede zu finden, bevor ich dann mittels des »Presenter’s Blueprint« den Ablauf der Rede festlege. Als MindMap-Fan mache ich dies in eben einem Tool zum MindMapping, das sieht dann aus wie folgt (1,8 MB, Flash):

MindMap der Redestruktur Natürliche Projektplanung

MindMap der Redestruktur Natürliche Projektplanung (1,8 MB Flash)

Kuchen backen

Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder – 5 Schritte zu natürlicher Projektplanung nach GTD

Kinder bedienen sich der natürlichen Projektplanung von selbst. Allen anderen helfen David Allens 5 Schritte aus Getting Things Done zur einfacheren Planung von Projekten.

Eben sitze ich an einem frischen Projekt und bediene mich der »Natürlichen Projektplanung«, wie sie David Allen in »Getting Things Done« (deutsch »Wie Sie die Dinge geregelt kriegen«) beschreibt. Und eben weil die Methode ebenso einfach wie effektiv ist, sollten Sie sie ebenfalls anwenden.

Kinder machen das übrigens ganz von selbst. Schauen Sie mal zu, wenn Kinder im Alter von etwa drei bis sechs Jahren sich mit anderen unterhalten, bevor sie eine Sandburg bauen, einen Kuchen backen. Da wird zuerst bestimmt, wie groß die Sandburg sein soll, wer mitbauen darf, dann malt man sich aus, wie sie aussehen wird. Deswegen sagt David Allen ja auch, dass wir natürliche Projektplanung nicht wirklich lernen müssen, sondern nur wieder ausgraben. Wir haben’s alle schon mal gekonnt.

Update: ich habe dazu eine Rede auf Video aufgenommen und gepostet. Update Ende.

»Natural Project Planning« geschieht in 5 Schritten:

  1. Zweck und Prinzipien definieren
  2. Erfolg visualisieren
  3. Ideen sammeln
  4. Organisieren
  5. Nächste Schritte identifizieren

Viele ausgefeilte Methoden zur Projektplanung beschäftigen sich hauptsächlich mit Punkt 4, dem Organisieren, was dann dazu führt, dass oft ein perfekt geplantes Projekt leider nicht zum Erfolg führt, weil zu Beginn wichtige Fragen vergessen wurden. Weiterlesen

Wellenläufer - 365 Tage

12 Tipps, um das Urlaubsgefühl in die Arbeit hinüber zu retten

Ist Ihr Urlaub schon vorbei? So schaffen Sie es, die Erholung und das Urlaubsgefühl mit in den Arbeitsalltag zu nehmen.

  1. Planen Sie Ihren Urlaub so, dass Sie z.B. bis Dienstag Urlaub nehmen, so dass Sie mit einer kurzen Woche wieder starten. Es hilft, wenn die erste Woche nicht gleich eine lange ist.
  2. Planen Sie mindestens einen Tag zwischen Heimreise und erstem Arbeitstag ein. Besonders wenn Sie fliegen, braucht der Kopf einige Zeit, um nachzukommen. Direkt vom Strand ins Büro kann einen leichten Kulturschock auslösen. Packen Sie zu Hause gemütlich aus, gehen mit den Kindern auf den Spielplatz oder nochmal ins Freibad, und lassen den Urlaub mit Ihrem Partner bei einem schönen Abendessen ausklingen.
  3. Gehen Sie ganz früh ins Büro. Je weniger Leute vor Ihnen da sind, umso besser. Auf diese Weise steigt der Geräuschpegel nur langsam, und sie können sich an Ihre Kollegen quasi einzeln wieder gewöhnen, statt direkt in ein geschäftiges Umfeld geworfen zu werden.
  4. Beantworten Sie nicht gleich am ersten Tag morgens alle Mails in Ihrem Postfach. Die wirklich wichtigen Dinge besprechen Sie einfach direkt mit Ihrem Chef und Ihren Mitarbeitern. Das bringt uns zum nächsten Tipp:
  5. Sprechen Sie mit Ihrem Chef, Kollegen und Mitarbeitern. Besser, als die Historie von Dokumenten nachzulesen ist, sich zuerst die subjektive Meinung der Kollegen einzuholen. Diese haben auch die Begleitinformationen, den Flurfunk und können Ihnen so besser als die Datenlage ein komprimiertes Bild geben. Die Detailinformationen können Sie später immer noch nachlesen.
  6. Lassen Sie die Abwesenheitsnotiz und den Anrufbeantwortertext noch mindestens einen halben Tag auf Urlaub stehen. Muss ja nicht gleich jeder wissen, dass Sie wieder da sind. Umso größer wird die Freude des Anrufers sein, wenn Sie trotzdem zurückrufen.
  7. Machen Sie eine Liste der aufgelaufenen Aufgaben, anstatt gleich blindlings loszulegen. So bleiben Sie Herr Ihrer Arbeit, anstatt dass die Arbeit gleich Sie beherrscht.
  8. Leeren Sie Ihr Postfach, indem Sie zunächst alle eingegangenen Nachrichten nach Gesprächsverlauf sortieren, so dass die neueste Nachricht oben ist. Auf diese Weise bekommen Sie Diskussionen vom Ende her mit (Outlook 2010 kann übrigens Gespräche aufräumen und alle bis auf die neueste Nachricht einfach löschen).
    Dann sortieren Sie die Nachrichten in drei Kategorien einteilen: a) Zu beantworten/bearbeiten. Beantworten Sie sie nicht, außer es ist tatsächlich nur ein “geht klar” oder ähnliches, was weniger als eine Minute dauert. Das kann auch sein, daraus eine Aufgabe zu erstellen. Ziehen Sie die Mail in Outlook einfach auf das Aufgabensymbol links. b) Zu Lesen. Nachrichten, auf die hin Sie nichts unternehmen müssen, die Sie jedoch interessieren, legen Sie hier ab. Lesen Sie jetzt noch nicht! Das hat Zeit! c) Der Rest kommt in den Papierkorb. Das funktioniert übrigens genau so auch mit der Briefpost.
    Auf diese Weise habe ich nach dem Urlaub schon mehrfach in weniger als einer Stunde hunderte von Mails gesichtet und sortiert, ohne dass es in Stress ausartet und ohne davon überwältigt zu sein. Üblicherweise kommen 10-15% in den Bearbeiten-Ordner, etwa 20% in den Lesen-Ordner, die restlichen zwei Drittel fliegen in die Tonne.
  9. Rufen Sie jemanden in einer anderen Niederlassung Ihrer Firma an, mit dem Sie normalerweise weniger zu tun haben. Nehmen Sie eine der Mails als Anlaß, und fragen Sie bei der Gelegenheit nach globalen Neuigkeiten in der Firma. Oft ergibt sich dadurch ein vollständigeres Bild, als wenn Sie nur lokale Informationen haben.
  10. Führen Sie ein ausführliches Weekly-Review nach der Methode Getting-Things-Done durch. Dies sortiert Ihre Prioritäten und bewahrt Sie vor hektischem Aktionismus. Aktionismus ist der Feind des Urlaubsgefühls.
  11. Besser als für Routinetätigkeiten wie Post beantworten, Lesen, Verwaltungsarbeiten ist Ihr Geist jetzt geeignet, Entscheidungen zu treffen und kreative Aufgaben abzuarbeiten. Dadurch, dass Ihr Kopf durch den Urlaub hoffentlich vom Klein-klein gereinigt wurde, können Sie das große Ganze klarer sehen. Wenn Sie also Ideen brauchen oder Entscheidungen treffen sollen, sind die ersten Tage nach dem Urlaub wie geschaffen dafür. Bei Entscheidungen werden Sie überrascht sein, wie schnell Sie die dafür notwendigen Informationen aufnehmen können, sei es durch Lesen oder durch Befragen von Mitarbeitern und Kollegen.
  12. Spendieren Sie eine Runde Kekse, Eis oder ähnliches. Teilen Sie Ihr Urlaubsgefühl, denn Ihre Kollegen werden das auf Sie zurückspiegeln.

Funktioniert das alles garantiert? Nein, bestimmt nicht. Doch es hilft. Ich habe es diese Woche ausprobiert, in der mein eigener Urlaub endete. Den ersten Tipp habe ich diesmal gleich ausgelassen, aber wer ist schon perfekt? Die Ergebnisse der ersten beiden Arbeitstage ansonsten: Inbox Zero von 428 Mails auf Null in 3 Stunden (heißt ja nicht, dass alles schon bearbeitet ist, dafür 380 Mails schon gelöscht), gute Gespräche, den Kollegen hat das Eis geschmeckt. Und ich fühle mich nach wie vor gut erholt.

Und was machen Sie nach dem Urlaub, um angenehm wieder in den Arbeitsalltag zu kommen?

(Foto: Joachim Schlosser, Wellenläufer – 365 Tage)

11 Wege zum fokussierten Schreiben am Computer

Ein Korbsessel auf einer DachterrasseFast jeder hat ab und an einen Anlaß, etwas zu schreiben. Egal was für eine Art von Schreiber Sie sind, man kann sich die Tätigkeit “Schreiben” doch so produktiv und angenehm wie möglich gestalten. Teile davon sind aus meinem Buch »Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX« entnommen. Weiterlesen

Ein Geist wie Wasser

Ein System, um die Dinge geregelt zu kriegen

In meiner Buchbesprechung zu “Wie ich die Dinge geregelt kriege“, der deutschen Fassung von “Getting Things Done“, erfuhren Sie die grundlegenden Ideen der Methode zur Selbstorganisation von David Allen.

Update: Lesen Sie bitte meinen neuen Artikel Getting Things Done mit Outlook/Exchange und iPhone/iOS. Er enthält Updates zu meinem System wie z.B. eine andere iPhone-App. Die Software, die ich bislang zur Synchronisation von Aufgaben und Outlook und iPhone verwendete, ist so nicht mehr verfügbar.

Alles muß zunächst raus aus dem Kopf, jede ausstehende Tätigkeit jeglicher Art, um sie dann nach Kontexten und Projekten zu gruppieren, zu bewerten und gegebenenfalls zu planen. Dann erst steht das Tun an. Für Projekte, also alles, was mehr als zwei separate Tätigkeiten beinhaltet, geht man ähnlich vor. Das ganze nennt sich dann “natürliche Projektplanung”.

Für mich selbst habe ich mittlerweile ein GTD-System gefunden, das mir im Beruf als auch privat hilft.

Nochmal: Hören Sie auf, diesen Artikel zu lesen und gehen Sie zum neuen: Getting Things Done mit Outlook/Exchange und iPhone/iOS.

Aufgaben sind die Zentrale

Der Kern meines GTD-Systems ist die kontextbezogene Aufgabensammlung. Da ich beruflich Microsoft Outlook nutze, erfasse ich hier auch die Aufgaben. Die Outlook-Kategorien bilden den GTD-Kontext ab. Ein Kontext ist das Umfeld, in dem ich eine bestimme Aufgabe erledigen kann. Folgende Kontexte, und damit Kategorien, habe ich mir definiert:

  • @Agendas: alles, was ich mit Leuten besprechen möchte. Aufgaben in diesem Kontext erstelle ich mit dem Betreff “Name: Aktivität”. In der Regel ist die Aktivität fragen, klären oder informieren. Für die Personen, mit denen ich am meisten zu besprechen habe, gibt es einen eigenen Kontext @Agendas Name.
  • @Calls: alles, was ich an Anrufen zu erledigen habe. Auch hier steht der Name voran, dann die Aktivität und wenn möglich die Telefonnummer. So kann ich ohne Verzögerung anrufen, wenn mir nach Telefonieren ist.
  • @Besorgung: Hier kommt alles hinein, was ich erledigen muß, wenn ich außer Haus bin. Dazu gehören Einkäufe, Behördengänge, Post einwerfen und ähnliches.
  • @Home: Alles, was es zu Hause zu erledigen gibt. Bilder an die Wand schlagen, unregelmäßige Haushaltstätigkeiten. Auch so scheinbar unwichtiges wie das Auswaschen des Staubsaugerfilters in sechs Monaten hat hier seinen Platz.
  • @Computer Online: Alles, was ich am Computer erledigen möchte und dazu einen Internetzugang brauche.
  • @Computer Offline: Alles, was ich am Computer erledigen möchte, dazu aber kein Netz benötige. Das ist für mich wichtig, weil ich viel Zug und S-Bahn fahre, wo ich oft keinen Internetzugang habe.
  • @Office: Was ich im Büro tun muß. Also vielleicht irgendetwas ausdrucken, oder irgendwohin bringen.
  • @Waiting for: Alle Aufgaben, bei denen ich auf die Antwort oder Handlung eines Dritten angewiesen bin. Wenn ich also jemanden um einen Gefallen gebeten habe oder ihm ein Buch geliehen habe, kommt das hier rein.
  • Projects: Ein Projekt ist etwas, das zwei Aktivitäten oder mehr umfaßt. Ideensammlungen zu Projekten, Status und so fort kommen in diesen Kontext. Aus den Projekten gewinne ich neue Aktivitäten.
  • Someday/Maybe: der richtige Platz für alles, was ich vielleicht mal tun möchte, oder für Ideen, die zu nichts konkretem gehören und die ich nicht sofort angehen will. Hier kommen beispielsweise Ideen für neue Artikel dieses Blogs hinein.

Die Standardansicht für Aufgaben in Outlook ist denkbar ungeeignet, das System adäquat abzubilden. Deshalb habe ich mir eine eigene Ansicht definiert, die nach Kategorien gruppiert, sowie die Spalten für Inhalt, Datum und Zuständigkeiten mit anzeigt. Wenn ich bestimmten Leuten eine eMail schreiben möchte, und dies nicht im einem Rutsch machen kann oder will, dann schreibe ich den Text zunächst direkt in die Aufgabe. Bin ich dann fertig, reicht ein Klick auf Statusbericht senden, um daraus eine eMail zu machen.

Im Urlaub auch gerne auf Papier

Im Urlaub stelle ich das Aufgabensystem gerne zeitweilig auf Papier um, wenn ich davon ausgehe, einige Tage auf den Computer zu verzichten. Dazu übertrage ich die Kontexte @Besorgungen und @Home auf Papier und vervollständige ich sie mit allem, was ich im Urlaub zu Hause sonst noch alles tun möchte, soll oder muß. Die Papierliste markiere ich dann mit Hilfe von Farben wieder nach Kontexten.

eMail ist auch nur eine Art Eingang

Viele schaffen sich beeindruckende Bäume aus Unterverzeichnissen in Ihrem Posteingang, in dem sie nach Absendern, Themen oder ähnlichem sortieren. Das hilft jedoch nichts, weil man dann nur länger nach Mails sucht. Für mich gibt es nur wenige Arten von eMail:

  • Bearbeiten: Alle Mails, die ich noch in irgendeiner Form bearbeiten möchte, landen in einem der vier Unterordner von Bearbeiten.
    • Antworten: Alles, was  eine Antwort meinerseits benötigt. Sollte die Mail eine andere Aktion erfordern, ziehe ich sie in die Aufgaben und setze den richtigen Kontext. Was im Bearbeiten-Ordner liegt, muß ich direkt als Mail beantworten.
    • Nachfragen: Wenn mich etwas nicht direkt betrifft, ich jedoch bei Gelegenheit nachsehen nachforschen will, wie sich die Sache weiterentwickelt, dann landet die Mail hier.
    • Lesen Offline: In diesem Unterordner landen längere Mails oder solche mit Anhängen, die ich lesen möchte, aber nichts direkt tun muß. Rundschreiben gehören dazu, Berichte, usw. Sollte ich nicht dazu kommen, hier alles zu lesen, ist das kein Beinbruch.
    • Lesen Online: Ist genauso wie Lesen Offline, nur daß das zu lesende Dokument nicht direkt in der Mail enthalten ist, sondern als Verweis auf eine Stelle im Netz. Zum Lesen brauche ich also Internetzugang.
  • Referenzmaterial: Mails, die ich aufheben möchte, kommen hierhin. Hier habe ich absichtlich keine weitere Unterstruktur, da Mails in verschiedenen Kontexten relevant sein können, und ich mich in der Suche behindern würde,  verteilte ich sie in verschiedene Schubladen.

Alles andere lösche ich. Alles. Auch alle Mails, die zwar eine Aktion meinerseits erforderten, ich dies aber binnen zwei Minuten erledigen konnte. Und wie finde ich nun meine Mails nach Themen oder Absendern wieder? Zum einen ist die Suchfunktion von Outlook mittlerweile sehr gut und schnell, zum anderen gibt es Suchordner. Hier habe ich mir für die wichtigsten Personen Suchordner definiert, in denen Mails angezeigt werden, die ich entweder von diesen erhalten oder an diese geschrieben habe. Auf diese Weise finde ich Mails unabhängig davon, ob sie im Ordner Bearbeiten oder schon Referenzmaterial liegen. Genauso verfahre ich mit Mails, die Betreffzeilen immer nach gleichem Muster haben, wie beispielsweise Reiseanträge oder Berichte von Kundenbesprechungen.

Kalender ist nicht für Aufgaben da

Mit denselben Kategorien bzw. Kontexten markiere ich auch meinen Kalender, der berufliches ebenso wie privates enthält. Nur wenn auch hier alles im System ist, kann ich diesem vertrauen. Als Einträge in den Kalender schaffen es nur wirkliche Verabredungen. Das kann ein Meeting sein, oder ein fest vereinbartes Telefonat. Nicht aber Aufgaben, die bis zu irgendeinem Tag erledigt sein müssen, denn diese kann ich ja irgendwann bis dahin erledigen. Damit wird auch klar, daß der Kalender nicht lückenlos gefüllt sein darf. Ein gutes Füllmaß für den beruflichen Teil ist es, wenn bis zu einem drittel, maximal aber bis zur Hälfte einer Woche mit Terminen blockiert ist.

In Ausnahmefällen schafft es auch eine Aufgabe bis in den Kalender: Wenn ich beispielsweise in Kürze irgendetwas vorzulegen habe und das unbedingt heute vorbereiten muß. So signalisiere ich Kollegen, die in meinen Kalender schauen, daß ich keine Besprechung in der Zeit annehme. In die jeweiligen Termineinträge füge ich die Daten oder Verweise darauf ein, damit ich nur den Kalendereintrag öffnen muß und alles Relevante vor mir habe.

Smartphone hilft, die Aufgaben immer dabei zu haben

Dank Smartphone habe ich meine Aufgaben immer dabei. Dies ist – zumindest für mich – ein unverzichtbarer Teil des Systems, sowohl immer sehen zu können, was anliegt, als auch frische Ideen und Gedanken ins System einkippen zu können. Das Smartphone hat dabei für mich den Vorteil, daß neue Aufgaben gleich elektronisch verfügbar sind, und so auch automatisch wieder den Weg auf meinen Computer finden. Die Synchronisierung läuft über den Online-Dienst Toodledo. Dies hat zwar den Nachteil, daß damit eine weitere Stufe zwischen Smartphone und Laptop hängt, aber dafür die Möglichkeit bietet, auch an meine Aufgaben zu kommen, wenn ich wirklich nur ein Internet und sonst nichts zur Verfügung habe. Außerdem eröffnet mir dies bessere Wahlmöglichkeiten bei den Apps.

Als iPhone-App habe ich mich für die Toodledo-eigene App entschieden. Für einen vernünftigen Preis bekomme ich das, was ich brauche: Aufgaben in verschiedenen Kontexten. Auf Android hatte ich Got To Do in Verwendung.   Der Wermutstropfen bei der Lösung ist, daß ich ein separates kleines Programm installieren mußte, um von Outlook nach Toodledo zu synchronisieren, das kostenlos von Chromatic Dragon bereitgestellt wird. Update: Mit Outlook 2010 gibt’s Probleme, die Lösung steht unten als KommentarUpdate 2: Nachdem Chromatic Dragon nicht mehr angeboten wird, bin ich auf eine neue Lösung umgestiegen.

Dank des Toodledo Apple Dashboard Widgets für Mac OS X habe ich die Aufgaben auch auf meinen iMac synchronisiert und so auch zu Hause am Computer die Aufgaben vor Augen.

Analog geht’s genauso

Nicht die ganze Welt ist elektronisch zu erfassen. Leider? Vor allem zu Hause kommt viel Post an. Von Versicherungen. Von Behörden. Von Firmen. Von sonstwem. Hier gilt wieder dasselbe wie für eMail: Es gibt einen Posteingang, ein Fach für Bearbeiten, und ein Fach für Referenzmaterial. Der Unterschied ist nun, daß ich das Referenzmaterial gruppiert und sortiert in Ordner ablegen muß.

Da ist im Moment auch noch die Schwäche in meinem System, denn die Intervalle, in denen ich das mache, sind doch noch recht groß. Dafür hilft der verhältnismäßig kleine Stapel Bearbeiten, an alles zu denken. Solange ich die in GTD empfohlenen wöchentlichen Reviews einhalte, funktioniert alles. Auch im analogen Bereich habe ich meine Ablage für Lesematerial. Passenderweise ist dies ein Zeitungsständer im Arbeitszimmer, in dem tatsächlich nur Sachen liegen, die ich noch lesen möchte. Die gelesenen wandern entweder in den Papiermüll oder ins Referenzmaterial-Archiv.

Einfach halten (KISS – Keep it simple and stupid.)

Einige Elemente von GTD habe ich nicht implementiert, weil ich sehr gut ohne auskomme: Das “Tickler File”, also eine 42-fächrige Mappe mit Fächern für Tage und Monate. Ich wüßte nicht, was ich dort hineintun sollte, denn gottseidank kommt bei mir nicht viel Papier an. Ebenso verwende ich den David-Allenschen GTD-Outlook-Aufsatz nicht. Dieser erweitert die Aufgaben um Möglichkeiten der Projektstrukturierung und allerlei Funktionen, die mir persönlich allesamt viel zu kompliziert sind. Ich möchte schließlich nicht erst überlegen müssen, wie ich eine Aufgabe in der richtigen Weise ins System bekomme.

Ich meine mein System ist einfach genug, um nicht von speziellen Programmen abhängig zu sein. Seit ich damit angefangen habe, ist mir fast keine Aufgabe mehr durchgerutscht. Und die wenigen waren genau solche, die ich nicht in meinem System erfaßt hatte. Außerdem stelle ich  fest, daß mir seitdem leichter neue Ideen und Gedanken kommen, und ich konzentrierter Arbeiten kann. Nicht nur die Arbeit fällt leichter, auch die Familienzeit ist besser und wertvoller geworden, weil ich eben nicht mehr ständig auf Erinnerungsstimmen im Kopf hören muß, sondern mich ganz auf die Kinder einlassen kann.

Und, wie funktioniert Ihre Selbstorganisation?