Bending Tree

Gunter Duecks Professionelle Intelligenz und Seth Godin’s Linchpin

Die Arbeitswelt ändert sich.

Viele von uns spüren das. Nachdem die Industrialisierung in ihren letzten Zügen liegt, werden nun die Dienstleistungen automatisiert oder ausgelagert oder wegrationalisiert. Gunter Dueck hat schon in seinen vorigen Büchern den Begriff Bildschirmrückseitenberatung geprägt, die nun sukzessive wegfällt. Der Versicherungsvertreter, der uns Fragen stellt und sein Computerprogramm daraus den besten Tarif ausrechnet, wird verschwinden, ebenso wie das Reisebüro, in dem Angestellte zu ihnen unbekannten Zielen Bewertungen von Portalen vorlesen, oder Gebrauchtwagenhändler, die das Auto gar nicht anschauen sondern nur den Schwacke-Wert ausrechnen. Seth Godin schreibt, das diejenigen, die Arbeiten ausüben, die sich streng nach Anleitung durchführen lassen, alle stark steigendem Kostendruck unterliegen werden oder schon tun.

Es ist die Industrialisierung der Arbeitsbereiche, zunächst Werkstücke, dann einfache Dienstleistungen (die jedoch am Ort verbleiben), jetzt Beratung. Alles wird industrialisiert und folgt konsequent dem günstigsten Anbieter, wenn es keine signifikanten inhaltlichen Unterschiede gibt.

Es kommt auf das Besondere an

Sowohl Dueck als auch Godin sagen: es kommt auf das Besondere an, das der einzelne einbringt oder eben nicht.

Bei Dueck lautet der Aufruf an jeden Einzelnen: Professionalität ist gefragt. Das schließt soziale Kompetenz ebenso ein wie Macher-Qualitäten, als auch die Fähigkeit, etwas darzustellen, einen Sinn zu stiften und kreativ zu sein. Und schliesslich ist es der eigene Antrieb, der Menschen zu sogenannten Professionals macht, nicht rein extrinsische Faktoren. Dueck spricht vom Erschaffen von Arete, einem Symbol für die Schönheit, die jeder als solche erkennt.

Seth Godin ruft uns dazu auf, ein Linchpin zu werden. Linchpin (engl. Herzstück, Stütze, Achsnagel, Dreh- und Angelpunkt). Dies geht nach Godins Dafürhalten nur, indem jeder seine ganz spezielle Kunst erschafft, die für sich genommen jeweils ein Geschenk an jemanden sein kann, indem man auch auf sein Bauchgefühl hört. Er bringt als Beispiel den Kellner, dessen wahre omnipräsente Aufmerksamkeit und Freundlichkeit nicht durch ein Handbuch beschrieben werden und nicht von jemandem reproduziert werden kann, der nicht von sich aus so sein möchte. Dieser Kellner gibt seine Kunst als Geschenk an die Gäste und das Restaurant und ist doch wahrscheinlich zufriedener als der Kollege, der die Minuten zählt. Godin schreibt mehr vom Künstler als vom Linchpin, mir erscheint ersteres als das zentrale Konzept seines Buches.

Was für Gunter Dueck der Professional, ist für Seth Godin der Künstler (wobei das englische »artist« viel schöner klingt).

Professionelle Intelligenz

Als gelernter Mathematiker strukturiert Dueck die PQ, die professionelle Intelligenz in ihre Teilbereiche (alle Zitate aus dem Buch):

  • IQ- »die normale Intelligenz des Verstandes«
  • EQ – »die emotionale Intelligenz des Herzens und der Zusammenarbeit«
  • VQ – »die vitale Intelligenz des Instinktes und des Handelns«
  • AQ – »die Intelligenz der Sinnlichkeit (›Attraction‹) und der instinktiven Lust und Freude«
  • CQ – »die Intelligenz der Kreation (›Creation‹) oder der intuitiven Neugier«
  • MQ – »der ›Sinn für Sinn‹, also die Intelligenz der Sinnstiftung und des intuitiven Gefühls (›meaningful‹, bedeutsam)«

Die Häufung des Wortes »intuitiv« fällt auf, und so verbringt Dueck auch einige Kapitel mit Lösungsansätzen, wie denn Menschen diese verschiedenen Arten von Intuition erwerben können. Immer geht es um angeleitete Erfahrung durch einen Professional, was im heutigen Lehrsystem trotz Engagement mancher Lehrer leider nicht wirklich darstellbar ist. Und es hängt auch nicht nur am (Hoch-)Schulsystem, sondern am Ökosystem aus Eltern und sozialem Umfeld. Dieses Umfeld hat gravierende Auswirkungen, wie auch der Deutsche Lernatlas zeigt, den die Bertelsmann Stiftung jetzt vorgestellt hat, der Spiegel berichtet in der aktuellen Ausgabe darüber.

Somit ist bei Dueck die konkrete Handlung, das eigene Umfeld und das der Kinder positiv zu beeinflussen, um darin Professionals heranwachsen zu sehen und sie zu trainieren.

Die Kunst des eigenen Schaffens und das Schaffen der eigenen Kunst

Im Fokus steht bei Godin dagegen das Tun. Godin sieht als konkrete Handlung, sich selbst dazu zu entscheiden, ein Linchpin zu werden bzw. zu sein, und der Akt des Tuns. Und wenn das im momentanen Arbeitsumfeld nicht geht, sich entweder ein neues zu suchen oder im ehrenamtlichen Bereich einen Mehrwert zu liefern. Verbunden mit dem Konzept der eigenen Kunst zeigt er Hindernisse auf, die einem beim Erschaffen der eigenen Kunst – er spricht von »der Arbeit« – zuwiderlaufen, und Lösungsansätze.

Diese Kunst, so schreibt Godin, könne eben nicht fest eingepreist werden, sondern trage zu einer Kultur des Schenkens bei. Das Schenken wiederum bereichere ja nicht nur den Beschenkten, sondern auch den Schenkenden selbst, da es dessen Reputation mehre und sich dies beizeiten real manifestieren könne. Dies wirke natürlich auf Dauer nicht bei dumpf reproduzierten Commodity-Geschenken, sondern eher bei originärer Kunst. Das kann die mit Herzblut erbrachte, außergewöhnliche Dienstleistung von Mensch zu Mensch ebenso sein wie ein kostenloser Rat. In vielen Jobs ist das Schaffen von Kunst möglich, und wer sich dazu entscheidet, ein Linchpin zu werden, der wird sich dafür auch ein Umfeld suchen, in dem das möglich ist.

Die Kunst kommt übrigens auch bei Dueck vor – als Arete, als Begriff des Hervorragenden. Ein Professional oder eben ein Linchpin vermag es, Arete zu erschaffen. Und wiederum ist es egal, und zwar beiden Autoren, ob es sich dabei um eine Sache, ein geistiges Gut oder die Art einer Dienstleistung handelt.

Professional und Achsnagel

Beides sind auch Motivationsbücher, wobei meinem Empfinden nach Dueck eher extrinsisch motiviert, während Godin direkt auf die intrinsische Motivation hinzielt.

Wer hat nun recht? Ich meine beide. Dueck geht das Problem mehr von der sachlichen Seite an und bringt den emotionalen Teil mit ein, Godin kommt mehr von der emotionalen Seite und bringt den sachlichen Teil mit ein. Ist ja auch logisch, denn ersterer war Mathematikprofessor und Technologiechef bei IBM Deutschland, zweiterer ist Unternehmer und Marketingexperte. Und doch sind sie sich näher, als es auf den ersten Blick erscheint.

Linchpin erschien eineinhalb Jahre früher als Professionelle Intelligenz, und doch fast gleichzeitig mit dem dueckschen Vorgängerbuch »Aufbrechen!: Warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen«, das mehr die makroökonomischen Grundlagen der Veränderung der Arbeits- und Ausbildungswelt erläutert.

Kritiker

Beide haben ihre Kritiker. Dueck wird in den Amazon-Rezensionen zum Buch unter anderem vorgeworfen, er schriebe über weite Strecken ohne wirklich fundierte Begründung, und die Liste der für einen Professional erforderlichen Eigenschaften und Fähigkeiten übersteige ja wohl das, was ein normaler Mensch heute tun könne. Damit haben die Kritiker zweifellos recht und geben gleichzeitig ein Indiz dafür, dass sie das Ansinnen Duecks nicht verstanden haben: Das Leben wird kein Ponyhof mehr. Die Kompetenzen sind nicht so gemeint, dass jeder es  in allen zur Meisterschaft bringen muss, sondern ein Spektrum, in dem man sich der Gesamtheit bewusst sein sollte, jedoch durchaus eigene Schwerpunkte setzen kann. Dies erklärt Dueck auch.

Bei Godin wird in der Diskussion zum Wikipedia-Artikel über seine Person hinterfragt, wo aus seiner Historie er denn überhaupt die Kompetenz nähme, über Makroökonomie und Globalisierung zu schreiben. Auch hier wird von den Kritikern eine wissenschaftlichere Ausarbeitung verlangt, als Godin sie liefert. Selbst wenn Godin mehr Publizist denn Ökonom ist, tut das den Ideen, die er präsentiert, keinen Abbruch.

Für beide gilt: umgreifende Änderungen gingen in der Geschichte oftmals nicht von den in den jeweiligen Fachgebieten etablierten Wissenschaftlern allein aus, sondern im Zusammenwirken mit fachfremden und fachverwandten Querdenkern. Die Interdisziplinarität begünstigt doch gerade die Offenheit für Änderungen, weil eben jeder etwas anderes einbringt.

Der Dueck liest sich wie ein Dueck und der Godin liest sich wie ein Godin

Gunter Dueck nutzt im Buch seine Spannweite zwischen skurilen Geschichten und Strukturierung von Sachverhalten, was sich für mich immer angenehm liest. Das Lesen an sich ist hier keine Mühe, umso mehr bleibt Kapazität, um über das Gelesene nachzudenken.

Auch Seth Godin fällt mir leicht zu lesen – bzw. zu hören, da ich die ungekürzte Hörbuchfassung habe –, sein Stil ist jedoch mehr der eines Motivationsredners. Auch klar, schließlich kommt er mehr aus dem Marketing.

Ich fand beide Bücher sehr erhellend und motivierend und empfehle beide uneingeschränkt zur Lektüre: Professionelle Intelligenz: Worauf es morgen ankommt und Linchpin: Are You Indispensable?

(Foto: Joachim Schlosser auf Flickr, Lizenz CC-BY-SA)

 

 

 

Balkenwaage

14 Fragen, die Sie sich vor einer Software-Entscheidung stellen sollten

Egal ob Sie privat oder beruflich Software einsetzen (beziehungsweise Ihre Organisation), egal ob es sich um kommerzielle oder freie Software handelt, in der Regel werden Sie vor Alternativen stehen, da es mehrere Softwarepakete gibt, die in dem von Ihnen benötigten Feld Hilfe versprechen. Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie sich einige Gedanken machen, die über den reinen Funktionalitätsvergleich hinaus gehen. Je nachdem, wie wichtig Ihnen die einzelnen Fragen sind, kommen Sie zu einem anderen Ergebnis.

Fassen Sie diese Auflistung also nicht als Tabelle zum Abhaken auf, sondern als Anregung, sich über Ihre Ziele und Ihre Gegebenheiten klar zu werden.

  1. Wer, den Sie kennen oder dem Sie vertrauen, setzt die Software schon ein? Warum hat er oder sie sich dafür entschieden? Wie zufrieden ist er oder sie damit?
  2. Woher kennen Sie das Programm? Wurde sie Ihnen empfohlen? Haben Sie gezielt nach einer Funktionalität gesucht? Stießen Sie im Internet bei der Recherche Ihres Aufgabengebietes darauf? Wer schreibt über die Software? Nur der Hersteller bzw. die Gruppe, oder auch Anwender?
  3. Worin besteht der Hauptnutzen des Programms allgemein? Gibt die Website Auskunft über Anwendungsszenarien, oder werden eher Funktionalitäten aufgellistet?
  4. Wofür ist die Software geeignet? Kann sie nur genau ihren Zweck erfüllen, oder ist die Funktionalität so breit beschaffen, dass sie Ihnen auch hilft, wenn sich Ihre gesetzten Aufgaben verschieben und verändern?
  5. Warum wollen Sie die Software einsetzen? Was versprechen Sie sich von deren Einsatz? Was sollte oder wird sich verbessern für Sie?
  6. Was kostet Sie es fortlaufend an Arbeit, Aufwand oder Geld, wenn Sie das Programm nicht anschaffen? Wie können Sie Ihre Aufgabe bewältigen, falls überhaupt? Was passiert, wenn Sie die Aufgabe nicht bewältigen können?
  7. Wie werden Sie damit zurecht kommen, Einzelheiten der Benutzung immer wieder zu vergessen, falls Sie das Programm nur ab und zu benutzen? Wie hilft Ihnen die Software dabei, zielführende Schritte zu unternehmen?
  8. Welche Art von Dokumentation kommt mit der Software? Gibt es eine Online-Hilfe? Bringt die Stichwortsuche relevante Ergebnisse? Ist die Dokumentation sowohl offline als auch im Internet zu finden?
  9. Wie werden Sie die Software erlernen ? Möchten Sie sich die Benutzung selbst beibringen? Bevorzugen Sie Online-Tutorials oder Videos? Bevorzugen Sie ein Buch, das Sie immer wieder zur Hand nehmen und in Ihrer eigenen Geschwindigkeit durcharbeiten können? Möchten Sie eine Schulung besuchen, in der Sie komprimiert und didaktisch aufbereitet das erfahren, was Sie wirklich brauchen, verbunden mit den Kniffen des Trainers und der Möglichkeit, direkt Fragen zu stellen?
  10. Wer wird Sie unterstützen, wenn Sie während der Benutzung auf Probleme stoßen, die Sie nicht oder nur mit erheblichem Aufwand selbst bewältigen können? Diskutieren Sie gerne in Online-Foren? Oder haben Sie lieber einen technischen Ansprechpartner, den Sie auch anrufen können und der Zeit für Sie hat?
  11. Wie lange wollen Sie die Software einsetzen? Wie schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass die Software auch bis zum Ende Ihrer angestrebten Nutzungszeit aktualisiert und unterstützt wird? Würde das Programmpaket den Aufkauf des Herstellers durch eine andere Firma überstehen?
  12. Wann wollen Sie die Software beginnen zu verwenden? Ist die Produkt bereits verfügbar oder gibt es nur Ankündigungen oder Betaversionen? Wie lange gibt es die Software bzw. den Hersteller oder die Gruppe dahinter schon?
  13. Wie lassen sich wiederkehrende Tätigkeiten in der Software automatisieren? Besitzt sie eine Skriptingschnittstelle? Wie ist diese dokumentiert? Welche Sprache und welche Konstrukte werden verwendet? Sie müssen das Skripting ja nicht jetzt und nicht selbst durchführen können, aber die Möglichkeit macht sie flexibler.
  14. Wieviel Zeit können und wollen Sie für Preisverhandlungen aufwenden? Wie transparent ist die Preisgestaltung, falls es sich um kommerzielle Software handelt? Gibt es eigentlich immer irgendein Sonderangebot? Werden Preise frei verhandelt oder zahlt jeder vergleichbare Nutzer auch fair gleich viel?

Welche Fragen stellen Sie sich, bevor Sie über eine Software entscheiden?

Bildquelle: winnifredxoxo auf Flickr, Lizenz CC-BY

Browserlogos. Icons (c) by Microsoft, Google, Apple, Opera, Mozilla

4 Gründe, warum die Wahl des Browsers nicht mehr entscheidend ist

Unterwegs surfe ich mit Safari, am Laptop und Desktop meistens mit Chrome, bisweilen mit Firefox. In der Arbeit brauche ich für SharePoint und eine unserer Intranetanwendungen noch zwingend den Internet Explorer von Microsoft. Ja und? Kann ich mich nicht festlegen?

Es ist mit persönlich weitgehend egal geworden. Ich verwende den Browser, der mir am besten in der Hand liegt. Auf dem Mobiltelefon ist das eben Safari. Funktioniert, wenngleich ich mir das Textumbruchverhalten des Android-Browsers wünschte. Firefox nutze ich am PC oft aus Gewohnheit, dafür startet Chrome schneller und läuft mit vielen Tabs stabiler. Tja, und Microsoft SharePoint kann ich zwar mit jedem Browser ansehen, aber nur mit dem Internet Explorer vernünftig damit arbeiten. Selbiges gilt auch für eine unserer wichtigsten Intranetanwendungen in der Arbeit.

Warum meine ich nun, es sei fürs allgemeine Internet egal, welchen Browser man benutzt?

  1. Moderne Browser sind akurater in der Darstellung von Websites geworden. Die meisten Elemente der Aussehensdefinition CSS werden von allen aktuellen Browsern gut umgesetzt.
  2. Auf verschiedenen Zugangsgeräten sind oft nur bestimmte Browser verfügbar. Was auch immer Ihr präferierter Browser ist: auf dem jeweiligen Gerät gibt es vielleicht nur einen oder zwei. Weil die Plattform es nicht anders zuläßt (Apple iPhone, Apple iPad), weil es einfach nicht alle Browser für alle Geräte gibt (Android) oder weil ihr Firmen-PC das Installieren eigener Software nicht zuläßt.
  3. Die Tastaturkürzel sind bei den meisten Desktop-Browsern sehr ähnlich. Der zeitweise Umstieg von einer auf die andere Software mag zwar viele Feinheiten und Produktivitätsvorteile eines bestimmtem Browsers missen lassen, doch die grundsätzliche Bedienung ist überall gleich. Strg-T öffnet einen neuen Tab, Strg-Tab wechselt zwischen Tabs, Strg-W schließt einen Tab, Strg-N öffnet ein neues Fenster, Strg-D speichtert ein Lesezeichen und F6 oder Strg-L springt in die Adresszeile. Der mittlere Mausklick oder Strg-Klick hat sich zum Öffnen von Links in einem neuen Tab ebenfalls durchgesetzt.
  4. Es ist immer mal der eine, dann wieder der andere Browser der Treiber, wass Innovation angeht. Die anderen übernehmen Neuerungen oft nach einiger Zeit, so dass derjenige, der nicht immer das neueste Feature haben muss, entspannt sein kann. Netscape fing an, dann übernahm Microsoft, dann Opera, dann Mozilla mit Firefox, jetzt gerade Google mit Chrome. Wer weiß schon, was in ein oder zwei Jahren ist?

Sehen wir uns doch die gängigen Browser einmal an:

  1. Internet Explorer ist nicht mehr der Antichrist, was Webstandards angeht, zumindest nicht in den neueren Versionen. Sie verstehen ganz normales CSS und stellen Seiten vernünftig dar.
  2. Chrome ist schnell und hat einige nette Funktionen, die ich gerne nutze, wie etwa einfach in der HTML-Struktur der Seite herumzunavigieren. Chrome ist von Google und teilweise Open Source, aber eben nur teilweise.
  3. Firefox bringt ein reichhaltiges Ökosystem an Add-Ons mit, die einiges bringen, aber auch den Speicherverbrauch aufblähen und das Arbeiten damit bisweilen zäh machen. Firefox ist Open Source, betreut von der Mozilla Corporation.
  4. Safari von Apple ist in Ordnung, ich hatte nur noch keinen Grund, mich außerhalb des Smartphone daran zu gewöhnen. Mir gefällt die Übersicht der zuletzt angesehenen Webseiten, die Chrome hier abgekupfert hat.
  5. Opera ist schick und ähnlich schnell wie Chrome. Stellt alles sauber dar, was ich brauche. Ist mir von der Benutzeroberfläche her zu mächtig, daher nutze ich diesen fast gar nicht. Opera Software ist die einzige Firma in der Liste, deren kostenloses Hauptprodukt der Browser darstellt.

Außer Konkurrenz, aber für mich eine Erinnerung an Studienzeiten:

  • Lynx ist immer noch ausgezeichnet, wenn man die Vorlesetauglichkeit einer Website prüfen will. Zum normalen Arbeiten nutze ich ihn gar nicht, und früher nur, wenn ich auf einem anderen Computer per Telnet surfen wollte. Lynx ist ein Open Source-Projekt.

So viele Programme, um das Web zu nutzen. Mit dem Einsatz von Firefox setzen Sie am ehesten noch ein Zeichen für Open Source Software, ansonsten gilt: Letztendlich ist es weitgehend Geschmackssache. Und das ist gut so.

Die Logos der Browser im Bild oben sind Eigentum der jeweiligen Firmen und Organisationen: Microsoft, Google, Apple, Opera, Mozilla.

Joachims Presserückschau Oktober – Design Automation Conference, All-Electronics.de, Markt & Technik

Es gab wieder einiges zu lesen. So wurde ich von Markt & Technik für das Sonderheft »Industriecomputer & Embedded« und von all-electronics.de zur aktuellen Release von MATLAB & Simulink befragt (beides Schreibgespräche), und ein Artikel von Guido Sandmann zum Thema frühzeitige Absicherung findet sich auf der Homepage des Knowledge Center der Design Automation Conference (DAC).

all-electronics.de

all-electronics.de

Interview mit Joachim Schlosser von MathWorks: Neuerungen in Matlab Release 2011b

 Der Einsatz von Elektronik in unterschiedlichsten Bereichen des täglichen Lebens bedingt, dass immer mehr Software erstellt werden muss. Für den Software-Hersteller Mathworks heißt dies, dass zunehmend Anwender außerhalb der „klassischen“ Anwendungsfelder hinzukommen. Wir sprachen mit Joachim Schlosser, über die Neuerungen des aktuellen Matlab/Simulink Release 2011b.

28.10.2011 - Wir unterhielten uns über Trends, und über die Auswirkungen der aktuellen Release 2011b auf Anwenderorganisationen und Anwender.

Design Automation Conference Knowledge Center

DAC Logo

 

Early Verification of Embedded Control Systems with Model-based Design

Tuesday, October 11, 2011, By: Guido Sandmann / Mathworks, Joachim Schlosser / Mathworks

Model-Based Design lets engineering teams verify requirements and designs early, before implementation and test, using executable specifications, multi¬domain simulations, and virtual testbeds. On a typical embedded software project, a large commercial vehicle manufacturer using Model-Based Design can realize total cost savings of more than 60% compared to traditional development. The vast majority of the savings are due to efficiencies gained in the requirements and testing phases through early verification. As the complexity of embedded systems grows, so do the costs of traditional development. In contrast, as an orga¬nization gains more experience with Model-Based Design, development costs are held in check—or even reduced—through shorter development cycles, increased reuse, and improved quality.

Der Beitrag beleuchtet, wie sich frühzeitige Simulation auch monetär auswirkt.

Markt & Technik Sonderheft »Industriecomputer & Embedded Systeme«

Zahlreiche neue Funktionen erweitern einen Klassiker: Projektverwaltung und Zertifizierung vereinfachen

Projektverwaltung und Zertifizierung vereinfachen mit MATLAB & Simulink

Leider nur als Print ab Seite 30 – zum Heftshop

 

Ebenso wie im Interview oben führten wir auch hier ein Schreibgespräch, hier mit Fokus auf die Neuerungen in Sachen Projektverwaltung in Simulink und Zertifizierung von Systemen mit generierter Software.

kindergartenwordpress

WordPress für Webseiten – taugt auch für Kindergärten

Was zeichnet einen Kindergarten aus? In einem Kindergarten arbeiten Menschen, die gern und meist sehr gut mit Kindern umgehen können. Selten haben sie ihren Beruf jedoch gewählt, weil sie so gerne Websites erstellen. Was aber, wenn nun ein Kindergarten eine Website haben und diese auch selbst wenigstens inhaltlich pflegen möchte? Meiner Ansicht nach ist WordPress auch dafür die Lösung.

Ein Kindergarten macht weder sein Geschäft mit einer Website, noch ist diese das wichtigste Instrument der Geschäftsanbahnung (Ich spreche bewusst von Geschäft, denn egal ob privat, städtisch oder kirchlich: ausgelastet wollen sie alle sein). So ist es in der Regel nicht möglich, auf Dauer eine Agentur zu beauftragen und jede Änderung durch diese durchführen zu lassen. Eigenhändig aus Word HTML-Dateien exportieren ist auch keine zweckmäßige Lösung. Nun gibt es beispielsweise für evangelische Kindergärten in Bayern eine Lösung, bei der ein stark abgespecktes Webinterface zur Verfügung steht. In diesem kann eine geringe Anzahl Seiten mit wenigen Bildern abgelegt und mit einer hand voll Farbschemata versehen werden. Für einen Kindergarten, der sein Betreuungskonzept sauber gegliedert veröffentlichen möchte und außerdem noch einen optischen Eindruck vom Kindergartenleben geben will, ist das zu wenig. Und eine eigene Domain sollte auch dabei sein.

Also braucht es irgendetwas zwischen Agentur und selber machen. WordPress erlaubt verschiedene Rollen, sowohl den Administrator, der alles überblickt, als auch den Redakteur, der Inhalte verfasst und freigibt. Irgendein Elternteil, der WordPress einrichten beziehungsweise pflegen kann, ist ja immer da.

In unserem Fall bin das ich. Die Seiten, die die Evangelische Kindertagesstätte Göggingen in Augsburg nun hat, sind einfach gehalten, sowohl optisch als auch von der Struktur her. Die Struktur kann die Kindergartenleiterin dank des genialen Menümechanismus in WordPress selbst per Drag & Drop anpassen und sieht sofort, was sie tut. Sie kann selbst Seiten anlegen, Texte schreiben und Fotos hochladen, und in neueren Versionen wird die Benutzung immer weiter vereinfacht. Die Gestaltung habe ich einmal vorgenommen, da muss sie sich keine Mühe mehr machen. Zweifellos bin ich kein Gestalter, doch eventuell finden wir ja noch einen Elternteil, der dafür ein Faible hat und der dank der Standardplattform WordPress leicht das Aussehen der Website ändern kann.

Mittlerweile haben sich auch die zwei anderen Kindergärten der Pfarreiengemeinschaft, der Johanneskindergarten in Augsburg-Inningen und der Immanuelkindergarten in Augsburg-Leitershofen angeschlossen. Ihnen habe ich eine ähnliche Struktur und ähnliches Design verpasst, nur die Inhalte unterscheiden sich.

Eine Website geht zwar zu einem Zeitpunt online, doch sie lebt. Es sollte kein einmaliges Dokument sein, was wir da fabrizieren, sondern sich ändern und anpassen können. Nach einer ersten Einführung in die Arbeit mit WordPress haben die Damen nun auch schon Lust bekommen, ab und an auf aktuelle Ereignisse oder Neuigkeiten über die Website hinweisen zu können. Und siehe da, auch da hiflt WordPress. Denn dafür wurde es ursprünglich gebaut, andere Leute sagen nämlich »Blog« dazu.

So wie WordPress sollte Software sein: Leicht zu benutzen für jede Rolle. Den, der Texte verfassen soll, nicht mit anderen Dingen verunsichern, und dennoch alle Möglichkeiten haben. Vielleicht steigt ja das zentrale Angebot für die Kindergärten irgendwann auf WordPress um, dann können wir die Seiten umziehen. Oder der nächste Elternteil übernimmt. Denn WordPress – dafür findet sich immer jemand.

Danke, WordPress.

Bei welchem Projekt hat Ihnen WordPress schon geholfen?

Foto: Joachim Schlosser auf Flickr, Lizenz CC-BY-SA

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Entfernen: 3 rasche Schritte zu besseren Vortragsfolien

Bisweilen sitzt ein Kollege oder Mitarbeiter bei mir im Büro, um eine anstehende Präsentation oder einen Vortrag gemeinsam durchzugehen, und er oder sie will diskutieren, wie die Folien noch »besser« werden können.

Im Web finden sich hunderte Inspirationen und Tips zu besseren Vortragsfolien. Nach hunderten Präsentationen, die ich erstellt, durchgesehen und diskutiert habe, und aberhunderte Tipps aus dem Netz las, ergab sich ein Muster. Letztendlich empfehlen sie alle die folgenden drei Schritte, die sich rasch anwenden lassen und die mir meistens helfen:

  1. Überleg Dir zuerst, was Du in Deinem Vortrag sagen willst. Dann erstelle das Material dafür.
  2. Nun stelle Dir selbst für jede Folie die Frage »So what?«, zu deutsch »Ja und?«.
    • Wenn Du eine Antwort hast und diese auf der Folie ersichtlich oder verdeutlicht wird, gut.
    • Wenn Du eine Antwort hast, die Folie aber diese Aussage nicht unterstützt, wirf alles Unnütze von der Folie weg und mache die verbleibenden Worte größer.
    • Wenn Du keine Antwort hast, lösche die Folie.
  3. Wiederhole 2. mit einem Kollegen, Bekannten oder Freund, der nicht das identische Fachgebiet beackert. Laß ihn oder sie die Fragen stellen.

Dies ist die Vorgehensweise für Vortragsfolien, nicht für Dokumentationsfolien. Letztere habe ich auch oft in meinem Foliensatz drin, jedoch zeige ich sie nicht, sie sind ausgeblendet und kommen nur ins Material, das ich den Zuhörern zur Verfügung stelle.

In meinem Umfeld bekommen wir oft Präsentationsunterlagen zentral zur Verfügung gestellt, die wir dann auf die jeweiligen Bedürfnisse des Auditoriums zuschneiden und vervollständigen. Die wichtigste Handlung ist dabei das Zuschneiden, indem wir alles weglassen, was nicht für den Vortrag unmittelbar wichtig ist.

Oft reicht es schon, Text von der Folie in den Notizbereich zu verschieben, so dass ich sie zwar in der Referentenansicht sehe und auch sicher dran denke, aber der Text eben nicht die Folie vollmüllt.

Das ist freilich nicht alles, was zu besseren Präsentationsunterlagen führt. Fotos und Grafiken können helfen, eine geschicktere Formulierung, und vieles mehr. Doch es beginnt mit dem Löschen, mit dem Entfernen von Unrat. Wenn wenig Zeit ist, dann hilft diese Vorgehensweise am direktesten, weil sie sofort mehr Ruhe in die Folien bringen. Es ergibt weniger Folien, und diese sind weniger voll.

Und weniger volle Vortragsunterlagen ergeben einen gehaltreicheren Vortrag, weil Raum fürs Atmen, Sprechen mit dem Publikum und Denken lassen bleibt.

Und was ist Ihre Essenz beim Erstellen von Materialien?

Schlüssel

Bitte mehr Sorgfalt mit Online-Passwörtern

Viele Benutzernamen bei vielen Internetdiensten sollten alle auch verschiedene, sichere Passwörter haben. PasswordMaker löst das Dilemma, indem aus einem Masterpasswort und Domainname ein sicheres Passwort pro Dienst generiert wird.

Jeder Dienst braucht ein eigenes Passwort

Wieviele Passwörter brauchen Sie im Internet? Eines für die Mails. Eines für den DSL-Provider. Eines für Facebook, für LinkedIn, für Xing, für Google. Eines für ihren Elektronikversender, eines für Amazon, eines für eBay. Eines für jeden Spezialshop, wie etwa für Möbel, Kleidung, Spielzeug. Dann noch eines für ihre Lieblingscommunity zu Hobby, Film oder Schauspiel. Verwenden Sie etwa immer dasselbe? Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch fahrlässig. Denn das heißt, dass Sie dem einen Shop die Zugangsdaten zu allen anderen ebenfalls anvertrauen.

Also müssen verschiedene Passwörter her. Und wie merken Sie sich die alle? Wie erfinden Sie die Passwörter alle? Viele meiner Mitmenschen, mit denen ich mich über das Thema unterhielt, haben das “Erfinden” von Passwörtern versucht. Dabei kommt dann üblicherweise ein kurzes deutsches Wort mit einer angehängten Zahl raus, und die Zahl auch nur deswegen weil die Internetanwendung es fordert.

Ein sicheres Passwort erfinden und merken

Sichere Passwörter erfinden funktioniert gut, wenn Sie sich einen Satz mit ungefähr zehn bis fünfzehn Wörtern ausdenken, den Sie auch immer wieder gut rezitieren können, und aus dem jeweils ersten, zweiten oder dritten Buchstaben eines jeden Wortes das Passwort bilden. Noch sicherer wird es, wenn Sie die Satzzeichen mit einbeziehen und ein vorkommendes Zahlwort als Ziffern schreiben. Beispiel: “Meine Oma wohnt seit über vierzig Jahren in Hamburg.” ergibt das Passwort “MOwsü4JiH.” für die ersten Buchstaben, oder “emoeb0ana.” für die zweiten Buchstaben. Nehmen Sie als Regel hinzu, dass Substantive immer zu einem Großbuchstaben führen, dann lautete das zweite “EMoeb0AnA.”.

Glauben Sie mir, Sie brauchen mehr Passwörter als dieser Satz hergibt. Oder mehrere Sätze. Die Gefahr besteht nun darin, dass das ganze so kompliziert wird, dass Sie sich den Satz immer auf Papier aufschreiben müssen, damit Sie das Passwort rausbekommen.

Nun gibt es ja auch Passwortprogramme. Die meisten jedoch sind im Prinzip verschlüsselte Notizbücher, die die ganzen Passwörter auf ihrem Computer abspeichern. Oder eben irgendwo im Internet, weil sonst haben Sie sie ja nicht unterwegs verfügbar. Nur halte ich es auch für eine schlechte Idee, alle seine Passwörter irgendeinem Dienst oder einer App anzuvertrauen.

Immer das passende, sichere Passwort frisch generieren

Die Lösung heißt: Generierte Passwörter, zum Beispiel mit PasswordMaker. Das ist ein Programm, dass innerhalb Ihres Browsers oder als App auf dem Smartphone läuft, und aus einem sogenannten Master-Passwort und einem Domainnamen ein Passwort generiert. Sie merken sich also nur das Master-Passwort, das eigentliche Passwort entsteht immer dann, wenn Sie es benötigen. Und da wird nichts abgespeichert, alles flüchtig. So baut PasswordMaker beispielsweise aus dem Master-Passwort »Passwort« und dem Domainnamen »schlosser.info« mit der Standardkonfiguration auf 10 Zeichen das Passwort »Fu+3G40%m#«. Das errät keiner. Und wenn Sie noch sicherer sein wollen, dann verwenden Sie eben mehrere Master-Passwörter, etwa eines fürs Shopping, eines für Bank, eines für Social und so fort.

Manche Internetdienste erlauben leider noch keine Sonderzeichen in den Passwörtern, so dass Sie sich eine zweite Konfiguration anlegen sollten (das geht bei jedem PasswordMaker-Plug-in), welches nur Buchstaben und Zahlen erzeugt. Für das obige Beispiel entstünde dann »D22mY2A2e2UN«.

Bitte installieren Sie sich PasswordMaker für Firefox, PasswordMaker Pro für Google Chrome, PasswordMaker Opera Widget, oder als Javascript-Version z.B. für Internet Explorer. Auf dem Smartphone gibt es PasswordMaker als App fürs iPhone und PasswordMaker als App für Android.

Wenn Sie mehr als eines dieser Programme nutzen, so achten Sie darauf, dass die Profile bzw. Konfigurationen überall die gleichen sind, also denselben Algorithmus eingestellt haben, denselben Zeichensatz und dieselbe Länge des generierten Passworts.

Und, wie halten Sie’s mit Ihren Online-Passwörtern?

Frank Schätzing - Lautlos - Cover

Lesen: Frank Schätzing – Lautlos

Ein versoffener, exzentrischer, genialer und bindungsunfähiger Wissenschaftler in Erwartung seines Nobelpreises, eine Attentäterin mit vielen Identitäten, ein kantiger Mittelsmann und ein alter Hintermann in imposanter Bergkulisse, daraus strickt Frank Schätzing seinen Roman »Lautlos«. Und dieser Thriller spielt im Köln des Jahres 1999, rund um den Weltpolitikgipfel, bei dem Spitzenpolitiker aus aller Welt zusammenkamen.

Versoffener Wissenschaftler-Beau verhindert Attentat

Liam O’Connor, Physiker aus Irland, hat sich Ruhm erarbeitet durch seine Experimente zur Verlangsamung von Licht und durch seine Bücher. Er ist ein blendend aussehender und gut gekleideter Exzentriker, der sich auf Promo-Tour durch Europa zur Vorstellung seines neuen Buches befindet. Da er immer für alkoholbedingte Ausfälle und umgeworfene Zeitpläne zu haben ist, wird ihm neben seinem Lektor noch eine weitere Mitarbeiterin des Verlags zur Seite gestellt, die nach langer Zeit das erste Mal wieder in ihre Heimatstadt Köln zurückkehrt und – wie könnte es anders sein – dem Charme O’Connors verfällt. Dieser kommt durch eine Zufallsbegegnung mit einem alten, längst vergessenen Freund auf die Spur eines Mordkomplotts. Die polyglotte und erfahrene Jana, erfolgreiche Softwareunternehmerin, nutzt viele Identitäten und ist der Kopf der Attentatsoperation. Sie kennt ihre Auftraggeber nicht, sie weiß nur, dass dieser Job ihr Abschlußwerk sein wird, das ihr den Ausstieg aus dem Geschäft verschaffen kann.

Der Gruppe um O’Connor schafft es trotz seines Rufes, auch mal zum Spaß eine Falschmeldung zu platzieren, die Sicherheitskräfte von der Brisanz seiner Entdeckung zu überzeugen. Der Showdown auf dem Flughafen Köln-Bonn und nach dem Fehlschlag auch in der Nachbarschaft schließlich bringt alle handelnden Personen zusammen und macht deutlich, dass ein Attentat ebenso vielschichtig ist wie Politik.

Thriller – Wissenschaft – Politik

Schätzing, der Mehrheit wahrscheinlich durch seinen Öko-Thriller »Der Schwarm« bekannt, konstruiert aus dem Balkankrieg und dessen Nachwehen die Szenerie eines Attentats, das die Lebenswege von Menschen verwebt, die sich unter normalen Umständen nie begegnet wären. Längst vergangene Freundschaften der Vergangenheit wirken nach und beeinflussen den Ablauf der Dinge.

Die Geschichte läuft im Prinzip in der Tradition des Caper Movie, in dem eine Gruppe einen großen Coup landen will – normalerweise einen Diebstahl, hier ein Attentat – und sich einen anspruchsvollen, detaillierten Plan zurecht legt, der dann eben doch nicht so reibungslos abläuft wie gedacht.

Der Kosovo-Konflikt als Kontext bietet unklare Frontverläufe, ebenso zwielichtige wie gebrochene Figuren. Nicht nur die Hauptpersonen, auch die Nebenfiguren sind schön gezeichnet. Es ist alles nicht so einfach, wie es scheint. Der Lektor Kuhn ist ein verspießter Alt-Achtundsechziger. Verlags-Anstandsdame Kirsten Katharina – kurz Kika – Wagner kämpft mit Lockerheit und Pflichtbewusstsein. Attentäterin Jana knabbert an ihren serbischen Wurzeln und dem Grund für ihren Erfolg in der Welt des Terrorismus. Flughafen-Sicherheitschef Lavallier will gute Presse für seinen Flughafen und keine schlechten Überraschungen. Secret-Service-Chef will überhaupt keine Überraschungen.

Plastische Sprache, schnörkellos

Frank Schätzings Dialoge finde ich angenehm zu lesen, sie sind ebenso kurzweilig wie realistisch. Die Personen labern nicht, sondern tragen die Geschichte immer weiter.

Aus der Kombination verschiedener Zeiten – sechs Monate vor dem Politikgipfel und zur Zeit des Attentats – sowie interessanter technischer Details und tiefgängigen Geschichten ergibt sich ein schöner Spannungsbogen: Man weiß ja aus dem Prolog, dass der Anschlag nicht funktionieren wird, und will unbedingt wissen warum. Schätzing bedient sich ausserdem des Kunstgriffs, im Prolog darauf hinzuweisen, dass das vereitelte Attentat nicht notwendigerweise erfunden, sondern schlicht totgeschwiegen und vertuscht werden hätte können. Die Attentäter, also Jana und ihre Mitarbeiter sind durchaus fein und sympatisch gezeichnet, so dass sich das Interesse an Protagonisten und Antagonisten die Waage hält.

Schätzing schreibt in einer Art, dass ich micht gut recherchiert aufgehoben fühle, er liefert plausible Erklärungen und technische Sachverhalte, geht genügend ins Detail, um es realistisch erscheinen zu lassen, aber wenig genug, um nicht vom Roman in eine Abhandlung abzudriften. So lässt er den Physiker O’Connor hinreichend über seine Experimente und seine Weltsicht philosophieren, dass ich als Leser Bescheid weiss, warum er so wurde und worin sein Erfolg besteht, und dennoch liest sich das 900-seitige Buch eben mal so ohne längere Pausen zur mentalen Verdauung weg. Anders als beispielsweise ein Umberto Eco, dessen Name der Rose den Leser ja erstmal durch 150 Seiten Latein und Geschichte jagen, bevor es losgeht – wenngleich auch das gekonnt.

Zur Gestaltung des Buches läßt sich nicht viel sagen. Mir lag die Taschenbuchausgabe vor, die einen normalen, unauffälligen Satzspiegel verwendet. Die Einteilung in vier Phasen und unnummerierte Abschnitte, die lediglich mit dem Ort oder der Person überschrieben sind, passen zum generellen Stil des Romans.

Mir hat »Lautlos« gefallen. Auch wenn der Roman nicht in den Grundkanon deutscher Romane wandern wird, so fängt er doch die Stimmungen der späten Neunziger Jahre wunderbar ein. Gerade weil ich »Lautlos« erst so lange nach Erscheinen las, hat mir Schätzing einige Erinnerungen an die Zeit wieder ins Gedächtnis gerufen. Auch dafür, lieber Frank Schätzing, sage ich Danke.

Frank Schätzings »Lautlos« bei Amazon…

Nicht mehr dasselbe

Restaurantszene – wenn gut doch nur ein fades Zitat ist

In Königsbrunn gab es ein Restaurant, das nannte sich »Gordion« und bot nach eigener Lesart »eurasische« Küche dar. Dann wurde der Mietvertrag von seiten des beherbergenden Hotels nicht verlängert, das Gordion ging und blieb: Die Besitzer und das Konzept gingen, der Name blieb. Heute ist ein anderes Restaurant drin, jedoch nach wie vor unter dem Namen Gordion. Das ist nun kein Plagiat, sondern ein falsches Zitat, eine Referenz gesetzt wo gar keine hingehört.

Das Team des alten Gordion mischte im Gastraum loungeartige dunkle Ledersofas mit dunklem Holz und gediegenen Stühlen, dazu eine nicht zu grelle und nicht zu dunkle Beleuchtung. Neben aufregenden Kreationen auf der Speisekarte, die knackiges Gemüse mit erlesenem Fleisch und Fisch kombinierte und mit raffinierten Soßen abschmeckte, konnte man sich das auch selbst zusammenstellen: An einer Theke auf einen Teller das rohe Gemüse, Fisch oder Fleisch legen, eine Beilage und eine Soße aussuchen. Das Personal stand immer mit einem Rat zur Seite, was denn mit dem Tellerinhalt gut harmonierte. Dies wurde dann auf den Punkt zubereitet und serviert. Es war mit das Beste, was man im gesamten Augsburger Raum bekam. Wie lange hatten wir das? Schwer zu sagen, es mögen gut drei Jahre gewesen sein (laut Alter der Domain).

Kürzlich besuchten wir das neue Gordion, im Willen, diesem eine Chance zu geben, da ja vielleicht das Konzept geblieben sein könnte. Der neue Betreiber Azsteakas, ein Steakhausfranchise mit Häusern in vielen Städten Deutschlands, nichts wirklich falsch. Allein die Brillanz und das Flair sind verloren. Das beginnt bei der Tischdekoration, die nun nur ein Faltblatt als Speisekarte bietet, dazu die farblich nicht ganz passenden Azsteakas-Standardkarten für Dessert und Cocktails, ein beliebiges Glaswindlicht statt den urigen Holzschiffchen für die Kerzen von früher. Die Theke, in der früher die rohen Speisen präsentiert wurden, hat freilich ihre Funktion verloren und ist heim für die Steaksoßenflaschen. Die Speisen sind tadellos, das Fleisch zart, eben gediegene Steakhauskettenkost. Wie überall. Das Servicepersonal ist flott und freundlich, und doch fehlt ihm die Souveränität des einstigen Teams von Antonio-Banderas/Nicolas-Cage-Verschnitts und seiner Kollegin, die Gäste auch beraten konnten und immer persönlich auf den Gast eingingen. Die Summe der Einzigartigkeit ist fort.

Das neue Gordion können Sie besuchen, wenn sie im südlichen Augsburg ein Steak essen wollen, die neuen Betreiber betreiben es fehlerlos. Ich würde es jedoch nur denjenigen empfehlen, die mit dem Namen nicht das alte Gordion verbinden. Hieße das neue Restaurant Azsteakas und nicht Gordion, besuchten wir es vielleicht wieder. So aber vergleichen wir halt unbewusst, und dabei kann das neue nur verlieren.

Wie oft kommt es vor, dass eine Unternehmung einen Namen übernimmt, sich das darunterliegende Produkt jedoch stark ändert? Wie oft wird durch einen eingeführten Namen etwas suggeriert, was die Realität dann nicht mehr halten kann, selbst wenn das Neue auch gut ist? Der Name etwas Außergewöhnlichen sollte nur für etwas neues Außergewöhnliches wiederverwendet werden. Sie arbeiten im Produktmarketing? Dann stehen Sie ein für Ehrlichkeit und geben Ihrem Erzeugnis nur dann einen bekannten Namen, wenn es diesen auch verdient.

Fehlerlos heißt eben nicht brillant.

Keine Erinnerung im Outlook-Termin (Vorschau)

Nie mehr einen Outlook-Termin ohne Erinnerung verpassen

Nutzen Sie Outlook für Mail und als Kalender? Nutzen Sie Outlook für Mail und als Kalender? Haben Sie schon einmal einen Termin verpasst, weil derjenige, der Ihnen die Einladung schickte, die automatische Erinnerung ausgeschalten hatte?

Dann bringen Sie ihrem Outlook doch bei, beim Erhalt solcher Einladungen selbständig eine Erinnerung hinzuzufügen. Die Lösung fand ich auf superuser.

Wenn Sie lieber gucken als lesen, habe ich für Sie diese Anleitung auch als Video:

Die Schritte zum Nachlesen:

  1. Das Visual-Basic Skript einrichten
    1. Sie befinden sich in einem Outlook-Fenster. Wechseln Sie mit Alt-F11 in den Visual-Basic Editor. Erstellen Sie ein neues Modul, indem Sie im Kontextmenü des Projekts auf Einfügen – Modul klicken.
      image
    2. In das neue Codefenster fügen Sie folgenden Programmschnipsel ein:
      Sub CustomMeetingRequestRule(Item As Outlook.MeetingItem)
          If Item.ReminderSet = False Then
              Item.GetAssociatedAppointment(False).ReminderMinutesBeforeStart = 10
          End If
      End Sub

      Passen Sie die Erinnerungszeit an, voreingestellt habe ich 10 Minuten.

    3. Schließen Sie das Visual-Baisc-Fenster.
  2. Regel einrichten
    1. Wechseln Sie in die E-Mail-Ansicht. Dort klicken Sie auf Regeln – Regeln und Benachrichtigungen verwalten.
      image
    2. Erstellen Sie eine neue Regel ohne Vorlage. Wählen Sie als Bedingung Besprechungsanfrage oder Besprechungsaktualisierung. Im nächsten Bildschirm scrollen Sie nach unten bis zur Aktion “Skript ausführen”. Klicken Sie auf das unterstrichene Wort Skript und wählen im folgenden Dialog genau wieder den Funktionsnamen CustomMeetingRequestRule aus, den Sie vorher in Visual Baisc angelegt haben. Ein Klick auf Fertigstellen beendet die Einrichtung.
    3. Schließen Sie den Dialog und bitten zum Testen einen Kollegen, Ihnen eine Besprechungsanfrage ohne Erinnerung zu schicken. Wenn alles richtig lief, bekommen Sie diese nun trotzdem mit einer zehnmimütigen Erinnerung in Ihren Posteingang.