Kategorie-Archiv: LaTeX & Co

Hier schreibe ich Tips und Tricks zum Textsatzsystem LaTeX und allem, was dazugehört.

Umgezogen und jetzt mit Rechtschreibprüfung Aspell: die Anleitung für LaTeX installieren unter Windows 7

Lettern, Metall-Buchstaben in der DruckereiDie Installationsanleitung für LaTeX unter Windows 7 ist zum einen umgezogen auf die Seiten meines LaTeX-Buches, zum anderen habe ich sie überarbeitet. Die Rechtschreibprüfung in EMACS übernimmt jetzt das Programm GNU Aspell. Warum dies? Weil Aspell problemlos mit der Zeichenkodierung UTF-8 umgehen kann  und es viele Sprachdateien einfach schon gibt.

Für Ispell hatte ich ja lange Zeit meinen Installer empfohlen, der auch gleich mit Wörterbüchern für die »alte« Rechtschreibung kam. Nun schreibe ich selbst mittlerweile meist in der »neuen« Rechtschreibung wenn ich nicht nur für mich schreibe.

Was ist für Sie, die Leser, nun konkret besser?

  • Statt einem bestimmten Programm installieren Sie für die Rechtschreibprüfung ein anderes, besseres.
  • Insgesamt ist die Anleitung etwas kürzer als vorher, da ich an einigen Stellen Formulierungen gerade gezogen habe.

Die einzig wahren Adressen für die Anleitung sind:

Ich freue mich über Verbreitung der Anleitung. Sollten Sie irgendwo eine veraltete Kopie sehen, geben Sie doch bitte dem jeweiligen Seitenbetreiber Bescheid.

Foto © Peter Hebgen / PIXELIO
fehler06a.png

Seltsame Umlaute in LaTeX: Zeichenkodierung prüfen

Die Ausgabe Ihres LaTeX-Dokuments sieht komisch aus, manche Zeichen stimmen einfach nicht? Verwenden Sie für die Eingabe Umlaute, muss auch dies aktiviert sein durch das Paket inputenc mit der Option utf8, ansinew oder latin1. Damit aktivieren Sie die Zeichenkodierung, die zu der Ihres Editors passt. Denken Sie außerdem daran, immer fontenc mit T1 zu laden.

In der Kategorie »Textsatz/LaTeX« stelle ich Tipps vor, die auf meinem Buch »Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX« basieren, in diesem Fall auf dem Kapitel für typische Fehler.

Markus S. einer der Leser meines Buches, schrieb mich an und beschwerte sich, dass sein Dokument komisch aussähe, obwohl er doch scheinbar alles richtig gemacht habe. Also fragte ich ihn zunächst, ob er die Pakete inputenc und fontenc geladen habe. Ohne diese Pakete sieht das Ergebnis wie folgt aus:

fehler06

Grundlage für die Ausgabe ist diese Eingabedatei:

\documentclass{scrartcl}
\pagestyle{empty}
\begin{document}
Größer wäre "‘wünschenswert"’.
\end{document}

Die Lösung: Es fehlen diese drei Zeilen in der Präambel:

\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage[ngerman]{babel}

Markus hatte sie geladen. Trotzdem funktionierte es nicht. Warum? Weil es darüberhinaus noch darauf ankommt, dass auch der Editor genau die Zeichenkodierung verwendet, die als Parameter zu inputenc mitgegeben ist. Zeichenkodierung bezeichnet die Art, wie Umlaute in der reinen Textdatei abgelegt werden.

Wenn Sie als Editor Texmaker verwenden (der übrigens jetzt in Version 3.0 erschienen ist), dann achten Sie auf die Konfiguration der Zeichenkodierung, welche Sie über Extras →  Optionen → Editor vornehmen:

Zeichenkodierung in Texmaker auswählen

In EMACS, jetzt in Version 23.3 erschienen, (Installationsanleitung EMACS und Videotutorial) können Sie ebenfalls die Zeichenkodierung der Datei einstellen. Haben Sie eine Textdatei geladen und die Umlaute sehen seltsam aus, dann stellen Sie bitte die Zeichenkodierung für die aktuelle Sitzung um mit der Tastenkombination C-x RET r (also Strg-x, Eingabe, r), um dann entweder utf-8 oder iso-8859-1 einzugeben. Wollen Sie die Zeichenkodierung nur fürs Speichern ändern, verwenden Sie C-x RET f gefolgt von der gewünschten Zeichenkodierung.

Haben Sie ein Dokument, welches Ihr Editor in der Zeichenkodierung UTF-8 speichert, und Sie haben in Ihrer Präambel jedoch als Kodierung latin1 stehen, so sieht die Ausgabe vielleicht so aus:

fehler06a

Im gegengesetzten Fall, wenn Ihr Editor in ISO-8859-1 speichert, Sie aber utf8 als Option für das Packet inputenc mitgeben, sieht Ihr Dokument aus wie folgt:

fehler06b

Fazit: Das, was Sie dem Paket inputenc als Option in der Präambel Ihres LaTeX-Dokuments mitgeben, muss dem entsprechen, wie Ihr Editor eingestellt ist. Und das hat dann auch bei Markus funktioniert.

Welche Zeichenkodierung verwenden Sie für Ihre LaTeX-Dokumente? utf8 oder latin1/ansinew? Oder etwas ganz anderes? Hatten Sie schonmal Probleme?

Hat Ihnen dieser Artikel über Zeichenkodierung und LaTeX geholfen? Dann profitieren Sie bestimmt auch von meinem Buch »Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX«. Schauen Sie auf die Website mit den Leseproben!

In LaTeX mit Varioref/Fancyref automatisch »ab Seite« statt »auf Seite« setzen

Die LaTeX-Pakete fancyref (von Axel Reichert) und durch die Paketoption vario auch varioref (von Frank Mittelbach) bieten Autoren einen erheblichen Komfort beim Schreiben von Texten: Aus einem einfach referenzieren eines Ankers mit einem Befehl wie \fref{sec:anderer-teil} generiert das Paket einen wunderschöne benannten Querverweis »Abschnitt 3.3 auf Seite 123« inklusive der Seitenzahl. Das Paket kann auch selbst erkennen, auf was da verwiesen wird, zum Beispiel Kapitel. Nun machte mich meine Lektorin darauf aufmerksam, ich solle doch bitte, wenn ich auf Kapitel verweise, nicht »auf Seite 123« schreiben, sondern »ab Seite 123,« da das Kapitel ja erheblich länger ist und ich durch »auf« doch eine gewisse räumliche Nähe suggerierte. Weiterlesen

Emacs für LaTeX unter Windows 7 einrichten – Videotutorial

Dieses Tutorial zeigt, wie Sie den Editor Emacs für Textsatz mit LaTeX/TeX unter Windows 7 einrichten.

Das Video basiert auf dem Buch »Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX« und meiner Anleitung »LaTeX/TeX unter Windows 7 – mein komplettes Setup«, die ich übrigens wieder einmal aktualisiert habe.

Danke an Leserin Salome, die mich durch ihre Frage zu meinem ersten Videotutorial inspiriert hat.

Hilft Ihnen dieses Video?

Update 8. August: Es gibt eine neue Fassung des Videotutorials. Bitte nutzen Sie diese.

6 Tipps zum schönen Brief in LaTeX

Einen Brief in LaTeX verfassen, fragen Sie sich vielleicht, wozu soll das gut sein? Hand aufs Herz: Haben Sie schon mal am Computer einen Brief geschrieben, bei dem hernach die Adresse nicht vollständig im Fenster des Kuverts erschien, oder Sie erst mühsam Ort und Datum an die richtige Stelle der Seite bugsieren mussten?

Auch kleine Dokumente gewinnen durch LaTeX, eben weil Sie nur den Text verfassen und das Formatieren dem Programm überlassen. Sie profitieren durch Zeitersparnis. Weiterlesen

11 Wege zum fokussierten Schreiben am Computer

Ein Korbsessel auf einer DachterrasseFast jeder hat ab und an einen Anlaß, etwas zu schreiben. Egal was für eine Art von Schreiber Sie sind, man kann sich die Tätigkeit “Schreiben” doch so produktiv und angenehm wie möglich gestalten. Teile davon sind aus meinem Buch »Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX« entnommen. Weiterlesen

Grafiken in LaTeX – TikZ/pgf, picture, PSTricks, MetaPost

Screenshot verschiedener LaTeX-BildformateLaTeX kommt von Haus aus mit einigen guten Möglichkeiten, Grafiken zu erzeugen. Alle erlauben Ihnen, Elemente Ihrer Grafiken absolut präzise und reproduzierbar auszurichten. Vier dieser vergleiche ich im folgenden Artikel: TikZ/pgf, picture, PSTricks und MetaPost.

Dieser Artikel basiert auf meinem Buch “Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX”, dem Buch für den Einstieg in LaTeX.

Für alle vier gilt: Wenn Sie einen Teil Ihrer Grafik mehrfach verwenden möchten, werden die Kopien genauso positioniert sein wie das Original, weil keine Ungenauigkeiten der Maus auszugleichen sind. Da es sich nur um normalen Text handelt, können Sie die Grafiken problemlos einer Versionsverwaltung unterwerfen und sie auch auf verschiedenen Computersystemen verwenden. Natürlich sind diese Vorteile auch Nachteile: Bei allen vier müssen Sie etwas Code hinschreiben, interaktiv mit der Maus zeichnen geht hier nicht.

TikZ/pgf: empfehlenswert für die meisten Anwendungen

TikZ/pgf ist die jüngste der hier vorgestellten Grafiksprachen. Dadurch konnte dessen Autor das Beste aus den existierenden Sprachen nehmen und vereinen. Herausgekommen ist eine einfache und knappe Syntax mit vielen Möglichkeiten.

Hier brauchen Sie sich keine Gedanken um LaTeX oder pdfLaTeX machen, da TikZ/pgf unabhängig vom Ausgabeformat funktioniert. Außerdem können Sie Grafiken direkt im Dokument eingeben und müssen sich dadurch nicht wie in MetaPost Gedanken um Schriften und ähnliches machen.

TikZ möchte erstens so portabel wie die picture-Umgebung sein und dabei aber annähernd die Mächtigkeit von PSTricks mit der einfachen Angabe von Pfaden wie in MetaPost verbinden.

TikZ/pgf wird hauptsächlich von dessen Autor gefördert, die Nutzer und Entwicklergemeinde ist damit noch nicht so groß wie bei den beiden anderen. Wenn Sie Daten plotten wollen, sind Sie mit einer Lösung wie MATLAB besser bedient. Wenn Sie frisch anfangen und nicht spezielle Anforderungen dagegen sprechen, dann sollten Sie sich für TikZ/pgf entscheiden. Die hervorragende Dokumentation finden Sie mittels des Kommandozeilenbefehls “texdoc pgfmanual”.

picture: eher für kleine Zeichnungen.

Die picture-Umgebung zeichnet A sich dadurch aus, dass sie problemlos überall mit LaTeX zur Verfügung steht und unabhängig vom Ausgabeformat immer funktioniert. Sie ist im Grunde sehr einfach zu bedienen.

Diese Einfachheit wird freilich damit erkauft, dass picture eher nur für einfache Zeichnungen geeignet ist. Wenn beispielsweise Flächen gefüllt werden sollen oder Sie nicht immer alle Positionen manuell angeben möchten, sind die Grenzen schnell erreicht. Mein Rat: Sie können picture für kleine, schnelle Zeichnungen hernehmen, für aufwendige rate ich eher ab. Wobei ich auch die kleinen Zeichnungen mittlerweile mit TikZ/pgf schreibe.

PSTricks: das Schlachtschiff.

PSTricks ist meiner Einschätzung nach die umfangreichste Lösung. Keine ist mächtiger. Für viele Anwendungsfelder gibt es bereits vorgefertigte Makros. Dies macht die Anwendung für Zeichnungen oft leichter. Als Beispiel sind hier Plots zu nennen, also Daten- oder Funktionsgraphen. Die Konfigurationsmöglichkeiten von Achsenbeschriftungen, verschiedenen Skalierungen und Rohdatenformaten übersteigt die vergleichbaren Fähigkeiten in MetaPost und TikZ/pgf. Dafür ist die Syntax,­ also das, was Sie hinschreiben müssen, mit etwas mehr Sonderzeichen versehen als bei TikZ.

Beim Benutzen von pdfLaTeX ist ein Zwischenschritt über pst-pdf notwendig. Die Verarbeitung für das Zielformat PostScript und das Zielformat PDF ist damit unterschiedlich und eher fragil und aufwendig. Schleifen lassen sich in MetaPost leichter schreiben als in PSTricks. Wenn Sie sich an PSTricks wagen wollen, dann empfehle ich Ihnen unbedingt das hervorragende Buch direkt vom Autor Herbert Voß.

MetaPost: schöne Automatismen, aber komplizierte Syntax

Wie schon im vorigen Absatz angedeutet, sind Schleifen in MetaPost ein Sprachkonstrukt und nicht nur ein Makro. Zudem gibt es neben der for-Schleife auch while-Schleifen und das if-Konstrukt für Verzweigungen. Dies lässt sich zwar auch in PSTricks realisieren, jedoch nur über Makros.

MetaPost beherrscht hervorragend die relative Ausrichtung von Zeichnungselementen und die automatische Positionierung über implizite lineare Gleichungen. Diese mathematischen Fähigkeiten stellen MetaPost heraus. Dafür werden unter MetaPost schnell aufwendige Definitionen notwendig, besonders bei MetaObj ist der Schreibaufwand für das Definieren eigener Objekte sehr groß.

MetaPost ist programmierlastig und benötigt bei komplexeren Grafiken viel an Definitionsaufwand. MetaPost ist ausgereift, wesentliche Erweiterungen oder neue Zusatzpakete sind jedoch selten geworden.

Resumée

Alle vorgestellten Möglichkeiten bis auf picture sind ähnlich mächtig, und bei einfachen Zeichnungen ist nur die Syntax verschieden, nicht aber die Schwierigkeit. Bei komplexeren Zeichnungen müssen Sie sich entscheiden, welche Alternative entweder die technisch bessere für Sie ist oder mit welcher Syntax Sie sich wohler fühlen.

Die Verwendung des einen schließt das andere nicht aus. Sie sollten dann aber für gleichartige Zeichnungen auch immer dieselbe Sprache verwenden, damit die Gruppen auch in Details der Formatierung konsistent aussehen. Entscheiden Sie sich beispielsweise, einen Plot mit PSTricks zu erstellen, dann sollten Sie auch für weitere Plots dabei bleiben.

Ich selbst hatte alle vorgestellten in Verwendung, wobei ich mittlerweile TikZ deutlich bevorzuge. So empfehle ich Ihnen, gleich mit TikZ loszulegen.

Wenn Sie erfahren wollen, wie LaTeX Sie mit sauberen, reproduzierbaren und parametrierbaren Grafiken unterstützen kann, dann lesen Sie mein Buch “Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX”. Sie lernen damit nicht nur Grafiken in LaTeX, sondern alles, was zu einem sauberen und schönen Dokument gehört.

3 Gründe und 10 Tipps zur Versionierung von Dokumenten in LaTeX

Große Dokumente werden auch nicht an einem Tag erbaut.

Große Dokumente werden auch nicht an einem Tag erbaut.

Schreiben Sie Ihre Arbeit an einem Tag? Nein? Dann bearbeiten, ändern und erweitern Sie Ihre Daten über längere Zeit, bis am Ende ein Stapel gebundenes Papier beim Prüfungsamt oder beim Verleger auf dem Tresen liegt. Basierend auf meinem Buch “Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX” lesen Sie hier einige Anmerkungen zum Versionieren, die Ihnen Zeit, Schweiß und Frust sparen werden.

Das ergibt für Sie mehrere Notwendigkeiten:

  1. Sie müssen sich gegen Datenverlust absichern. Sie könnten aus Versehen Ihre Dokumentdatei löschen oder Teile daraus unbedacht ausschneiden und vergessen einzufügen. Ihr Rechner könnte den Geist aufgeben, sei es durch Hardwaredefekte oder Schädlingsbefall.
  2. Sie möchten wissen, wie ein Abschnitt lautete, bevor Sie ihn umgeschrieben haben. Manchmal formuliert man neu, stellt aber dann fest, dass die erste Formulierung besser gewesen wäre.
  3. Schreiben Sie zusammen mit anderen – dann wohl weniger an Abschlussarbeiten als an gemeinsamen Berichten –, wollen Sie gleichzeitig an verschiedenen Teilen arbeiten können und am Ende eventuell herausfinden, wer welchen Text geschrieben hat.

All dies können Sie mit simplem Kopieren von Dateien nur schlecht oder gar nicht bewerkstelligen. Hilfe ist nah! Dafür gibt es eine spezielle Software namens Versionsverwaltung oder auch Konfigurationsmanagement.

  1. Nutzen Sie eine Versionsverwaltung. Diese legt Ihre Daten in einem zentralen Verzeichnis oder einer Datenbank ab, auf die Sie mittels einer Client-Software zugreifen. Sie müssen nur noch schreiben und Ihre Daten regelmäßig mit der Datenbasis abgleichen. Dieser Abgleich sollte mindestens täglich erfolgen; wenn Sie gerade sehr produktiv sind auch deutlich öfter. Da sich das System merkt, was Sie wann geändert haben, können Sie leicht zu einer früheren Version zurückkehren oder sich Änderungen anzeigen lassen.
  2. Nutzen Sie Subversion als Software für die Versionsverwaltung. Subversion ist freie Software, also auch kostenlos. Sie können die Datenbasis entweder lokal auf Ihrem Rechner installieren oder auf einem anderen Computer. Grafische Benutzeroberflächen gibt es zuhauf, für Windows empfehle ich ganz besonders TortoiseSVN.
    Nach der Installation müssen Sie zunächst ein sogenanntes Repository anlegen, also die Datenbasis. Dies können Sie entweder lokal tun, dann hilft IhnenTortoiseSVN, oder auf einem Server, dann hilft Ihnen die beiliegende Anleitung.
  3. Mit den zwei Kommandos svn update und svn commit kommen Sie schon sehr weit. Pflegen Sie Ihre Dokumentstruktur ein. Im einfachsten Fall brauchen Sie nur zwei Befehle auf der Kommandozeile oder zwei Klicks im TortoiseSVN-Kontextmenü:
    svn update aktualisiert aus dem Repository.
    svn commit überträgt Ihre lokalen, aktualisierten Daten in die Datenbasis.
  4. Nutzen Sie vorhandene Versionsverwaltungs-Server Ihrer Universität oder Instituts. Fragen Sie einfach Ihren Systemverwalter. Auf diese Weise haben Sie gleich noch ein Backup an einem anderen Ort als Ihrer Wohnung. Weitere Versionsverwaltungssysteme, auch kommerzielle, sind beispielsweise CVS, PVCS, Bitkeeper, ClearCase von Rational, Synergy/CM von Telelogic, Visual SourceSafe von Microsoft oder Perforce.
  5. Sichern Sie Ihr lokales Repository unbedingt auf eine externe Festplatte, wenn Sie nicht auf einen Uni-Server synchronisieren, nur so sind Sie gegen Datenverlust geschützt! Externe Festplatten kosten heutzutage fast nichts mehr. Stecken Sie die externe Festplatte nur zum sichern an und verwenden Sie sie für nichts anderes. Eine immer angesteckte externe Festplatte geht bei einem Blitzschlag genauso über den Jordan wie Ihr Computer.
  6. Verwenden Sie Keywords, um nachzuvollziehen, auf welcher Version ein Ausdruck basiert. Das ist vor allem fürs Korrekturlesen sehr nützlich, wenn Sie mehreren Personen vielleicht verschiedene Versionen zum Lesen geben.
    Keywords sind in Dollarzeichen eingefasste Bezeichner im Dokument, die durch die Versionsverwaltung befüllt werden und Metaangaben enthalten, beispielsweise das Ablagedatum, die Versionsnummer, den Dateinamen oder den Namen des Bearbeiters. Sehen Sie in der Dokumentation Ihrer Versionsverwaltung nach, welche Keywords diese kennt.
    Setze ich in diesen Abschnitt des Buches einen Bezeichner
    $Id$, so ersetzt die Software dies durch:
    $Id: aufsetzen.tex 1587 2010-08-10 21:10:36Z jschlosser $
  7. Aktivieren Sie die Keyword-Ersetzung in Subversion. Schreiben Sie in der Kommandozeile:
    svn propset svn:keywords "Id Date Author" meindok.tex
    Bei TortoiseSVN kann diese Einstellung über das Kontextmenü Eigenschaften—Subversion einer Datei vorgenommen werden.
  8. Verdoppeln Sie die Dollarzeichen der Keywords, damit LaTeX diese von mathematischen Formeln unterscheiden kann. Das Dollarzeichen kennzeichnet den Mathematikmodus. Wenn also Bezeichner in $...$ eingefasst werden, fasst LaTeX diese als Mathematik auf. Sie können sich ganz einfach behelfen, indem Sie die Dollarzeichen verdoppeln und durch ein Leerzeichen trennen, also $ $...$ $ schreiben.
  9. Nutzen Sie das Paket svninfo, um für den finalen Ausdruck die Keywords einfach wieder loszuwerden. Haben Sie nun alle Dateien am Beginn (am besten nach dem \chapter-Befehl) mit den Keywords verziert, kommt kurz vor Abgabe schon das nächste Problem: Die Keywords müssen wieder raus. Das Paket svninfo stellt einen Befehl \svnInfo bereit, in den Sie die Keywords schreiben. Schreiben Sie also an den Anfang jeder Datei, im Hauptdokument aber nach dem \begin{document}:
    \svnInfo $LastChangedDate$
    Die Leerzeichen müssen so stehen, alternativ kann am Ende auch ein Zeilenumbruch erfolgen. Im Beispiel würde eben das Datum der letzten Änderung ersetzt werden.
    Am Ende, bevor Sie abgeben, schreiben Sie in die Optionen zusätzlich final. Dies macht die Keywords in der Ausgabe unsichtbar.
  10. Lassen Sie mit der Option eso-foot die Keywords unten auf die Seite schreiben. Die Zeichenkette wird standardmäßig dort ausgegeben, wo sie auch im Dokument steht. Ich bevorzuge daher, svninfo mit der Option eso-foot zu laden. Diese Option schreibt die Information auf jede Seite ganz unten, ohne den Satzspiegel oder den Seitenumbruch zu verändern.

Gefallen Ihnen die Gedanken zum Zitieren und Sie wollen mehr über die Umsetzung in LaTeX wissen? Dann sollten Sie mein Buch “Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX” lesen, so wie schon mehr als 4000 Leser vor Ihnen.