Kategorie-Archiv: LaTeX & Co

Hier schreibe ich Tips und Tricks zum Textsatzsystem LaTeX und allem, was dazugehört.

Literaturverzeichnis LaTeX-Buch

Danke. Das LaTeX-Buch, 4. Auflage, 3., korrigierter Druck

Seit kurzem ist das LaTeX-Buch Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX im dritten Druck der vierten Auflage erschienen. Schon wieder ein Nachdruck. Das alleine wäre wohl noch nicht erwähnenswert, doch bot dies wie schon beim vorigen Nachdruck die Möglichkeit, alle bislang bekannten Fehler der vierten Auflage zu beheben, und zwar sowohl unkritische Tippfehler als auch einige Fehler in Codebeispielen und Codeschnippseln. Alle diejenigen, die das Buch schon haben, erfahren auf der Errata-Seite genau, wo korrigiert wurde und auch für alle zukünftigen gemeldeten Fehler wo ich noch nachlegen muss.

Mein spezieller Dank gilt an dieser Stelle denjenigen, die Fehler gefunden und vor allem mir mitgeteilt haben: Keven K., Torben L., Daniel, Jesper, R. Köbke, Gerrit, Philipp, Robert, Henrik B., Fabian B., Peter B., Michael F., Stefan S., Christoph T., Justin G., André W. und Nadja Vajkonny. Danke fürs aufmerksame Lesen!

Wer mal reinschmökern möchte, kann das gerne tun auf der Seite LaTeX-Buch Probelesen.

Die Gelegenheit habe ich außerdem dazu genutzt, die LaTeX-Buch-Website einem sanften Redesign zu unterziehen. Sie sollte jetzt auf verschiedenen Geräten besser dargestellt werden und ist vom Ladevolumen her etwas leichtgewichtiger als bislang.

latexbuch.de-2012

latexbuch.de – 2012

latexbuch.de-2013

latexbuch.de – 2013

EPS Drucker für Windows 7

EPS einfach automatisch erzeugen

Jeder, der LaTeX unter Windows nutzt, kennt das Problem: Die meisten Anwendungen, mit denen man seine Graphiken erstellt, können kein Encapsulated PostScript (EPS) exportieren, und wenn man sich einen PostScript-Drucker einrichtet, stimmt die BoundingBox nicht und man muss jedes Mal per Hand nacharbeiten, was sich bei einer großen Anzahl von Graphiken als überaus lästig erweist. Doch Abhilfe naht. Denn ähnlich wie das Erzeugen von PDF lässt sich auch diese Aufgabe automatisieren.

Die Originalfassung dieser Anleitung entstand im April 2008. Nach mehreren Aktualisierungen gibt’s jetzt (2013) die (für mich) funktionierende Fassung für Windows 7 64-bit.

Danke an zahlreiche Kommentatoren, die zur aktuellen Fassung der Anleitung beigetragen haben. Wenn Ihnen diese Anleitung hilft, dann interessiert Sie bestimmt auch das LaTeX-Lern-Buch.

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Querverweis - Foto von Ingy The Wingy auf Flickr

In LaTeX mit Cleveref & Varioref »ab Seite« statt »auf Seite« setzen

Die LaTeX-Pakete cleveref (von Toby Cubitt) und varioref (von Frank Mittelbach) bieten Autoren einen erheblichen Komfort beim Schreiben von Texten: Aus einem einfach referenzieren eines Ankers mit einem Befehl wie \vref{sec:anderer-teil} generiert das Paket einen wunderschöne benannten Querverweis »Abschnitt 3.3 auf Seite 123« inklusive der Seitenzahl. Das Paket kann auch selbst erkennen, auf was da verwiesen wird, zum Beispiel Kapitel.

In einem früheren Blogpost über fancyref und varioref können Sie lesen, wie Sie für Verweise auf Kapitel statt »auf Seite 123« automatisch »ab Seite 123« schreiben, da das Kapitel ja erheblich länger ist und das Wort »auf« doch eine gewisse räumliche Nähe suggeriert. Weiterlesen

wiphone-lbsite

Das LaTeX-Buch: Gratiskapitel dank TeX4ht

Jetzt Buchauszüge auch auf mobilen Geräten lesen

Auszüge aus dem LaTeX-Buch waren bislang auch schon auf der Website zum Buch zu finden. Die Möglichkeit beschränkte sich darauf, mittels Flash-Browser eine Layout-getreue Ansicht zu bekommen, und damit sowohl den Text lesen zu können, als auch einen Eindruck vom Layout und der Aufmachung des Buches zu erhalten. Der Text selbst aber blieb verwehrt. Wie das ganze mittels iPad oder iPhone lesen?

Jetzt endlich gibt es die Gratis-Kaptel direkt auf der Website in sauberem HTML, und zwar sowohl das komplette Inhaltsverzeichnis, als auch die Einführung in das Was & Warum von LaTeX, sowie das Kapitel über die ersten Schritte in LaTeX.

Jetzt können Sie nach Herzenslust direkt in den Texten probelesen, ohne an die Formatierung gebunden zu sein.

Unter der Haube: TeX4ht

Möglich wird dies durch die Konvertierung von LaTeX nach HTML mittels TeX4ht, dessen Installation ich auch in meinem »Tutorial LaTeX installieren« bespreche. TeX4ht funktioniert auf den meisten normalen LaTeX-Dokumenten hervorragend. Ein Text wie der meines Buches »Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX« bedarf einiger Vorbereitung mehr, da viele Konstrukte und Pakete, die ich dort zur Aufbereitung nutze, nicht direkt durch TeX4ht abgebildet werden.

Vieles, was ich zur Feinbestimmung des Layouts des Buches verwende, habe ich für die Konvertierung nach HTML entfernt. Dadurch beispielsweise entsprechen die Verweise auf Seiten dann auch nicht den Seitenzahlen im Buch.

Wie notwendig ist denn für Sie tatsächlich das gleichzeitige Publizieren nach PDF und HTML?

Bild: iPhone Screenshot, Rahmen generiert mit Smartphones@, Lizenz CC-BY.

Git und LaTeX

Git fürs Versionieren von LaTeX-Dokumenten

Da geht man mal kurz raus und schon gibt’s seit mehreren Jahren ein hervorragendes freies Versionsverwaltungssystem neben Subversion, das sich Git nennt. Für den Hinweis danke ich herzlich Gerrit, einem Leser meines LaTeX-Buches, und bin nun von Subversion nach Git gewechselt. Nachdem ich Versionierung hauptsächlich für Dokumente in LaTeX einsetze, möchte ich hier aus Sicht der schreibenden Zunft vorstellen, wie Sie als Nicht-Programmierer für sich Git nutzbringend einsetzen, wenn Sie einfach nur für sich sicherstellen möchten, dass Sie auf alte Fassungen Ihres LaTeX-Dokuments einfach wieder zugreifen können.

Wer, was, warum?

Was ist Versionierung?

Darauf bin ich in einem früheren Artikel eingegangen, so dass hier die Kurzfassung reichen sollte:

Stellen Sie sich vor, löschen aus Versehen einige Absätze aus Ihrer Masterarbeit und speichern dann, nur um sofort danach zu erkennen, dass das eine blöde Idee war. Was nun?

Ohne Versionierung müssen Sie Ihr Backup herauskramen (das Sie hoffentlich haben!) und darauf bauen, dass es noch nicht zu alt ist. Mit Versionierung holen Sie sich die fraglichen Absätze aus der Historie des Dokuments zurück.

Das einzige, an das Sie denken müssen, ist, des öfteren Ihre Änderungen in das Versionierungs-System zu übermitteln, am besten mehrmals täglich. Das geht schnell und einfach und ist Ihre beste Versicherung.

Was ist Git?

Git ist ein solches Versionierungsprogramm. Es hilft ganz ausgezeichnet dabei, Dateien, also Dokumente, Skripte, Grafiken und was Sie sonst noch für Ihre Arbeit brauchen, in dem Verzeichnis zu versionieren, in dem Sie ohnehin arbeiten. Die Ablage (=Repository) liegt also nicht irgendwo anders, sondern genau hier.

Wenn Sie wollen oder müssen, können Sie diese Ablage replizieren, weitergeben, und auf diese Weise mit anderen am selben Projekt arbeiten, ohne dass Sie immer alle Zugriff auf dieselbe Ablage haben. Mehrere Kopien der Ablage lassen sich synchronisieren. Weiterlesen

enso

Warum LaTeX lernen?

Warum heute noch LaTeX lernen? In einer Zeit, in der es ein fähiges, mächtiges Office mit Word von Microsoft gibt, ein ähnlich mächtiges iWork mit Pages von Apple, oder kostenlos ein OpenOffice.org beziehungsweise LibreOffice? Warum die ganzen LaTeX-Befehle lernen?

Der folgende Artikel erschien ursprünglich auf der LaTeX-Buch Seite und ist im Original dort zu finden.

Zen

LaTeX ist anders. LaTeX hat den Fokus aufs Wesentliche – den Inhalt eines Textes – so tief in den Genen, so tief im Konzept verankert, dass es viel leichter fällt, sich darauf ein und die Finger von wilden manuellen Formatierungen zu lassen. LaTeX zu lernen heißt, sich auf eine andere Art des Schreibens einzulassen. Eine Art des Schreibens, bei der das geschriebene Wort zunächst wichtiger ist als der Schriftsatz, in der das Wort aufs Papier oder ins PDF gebracht werden soll. Und doch: Indem sich der Student, Doktorand, Wissenschaftler, Literat, Lehrer, Schüler oder Autoren und ganz normale Menschen wie Du und ich auf das Schreiben von Text und Struktur des Dokuments beschränken, lassen wir den Automaten, der LaTeX heißt, seine Kenntnis ausspielen, wie ein gutes, schönes Schriftstück aussieht.

Ich lerne LaTeX ist eine Rückbesinnung aufs Wesentliche, es ist Zen-Schreiben. Ja, LaTeX lernen bedeutet, sich mit seltsamen Ausdrücken auseinanderzusetzen die man mitten in seinen Text schreiben soll. LaTeX lernen bedeutet zu akzeptieren, dass man nicht sofort auf dem Bildschirm sieht, wie es vielleicht später auf Papier herauskommt. LaTeX lernen heißt, die Struktur seines Dokuments wirklich zu bestimmen. LaTeX lernen heißt Demut zeigen und sich nicht für den Experten für Ästhetik von Schriftstücken zu halten.

Zuverlässigkeit

Noch vor einigen Jahren war der Fall klar – sobald eine Arbeit mit Literaturhinweisen versehen sein soll, und diese Referenzen und das Literaturverzeichnis jederzeit sauber und halbwegs automatisch erzeugt werden soll, führte am Lernen von LaTeX kein Weg vorbei. Ebenso wie für saubere Zeilenumbrüche. Und wenn man noch einige Jahre weiter zurückdenkt, war LaTeX auch eine der wenigen stabilen Möglichkeiten, große Dokumente zu erstellen. Literaturverzeichnis kann heute auch ein Microsoft Word, sogar ein LibreOffice hat irgendwo für Literaturverweise eine Funktion vergraben. Word stürzt fast nie mehr ab, und es hat nun ein einigermassen nachvollziehbares Dateiformat. Doch auch heute machen insbesondere Anwender von Textverarbeitungsprogrammen immer noch Probeausdrucke. Warum, wenn das System doch darauf ausgelegt ist, schon auf dem Bildschirm anzuzeigen, was man später bekommt? (WYSIWYG = what you see is what you get) Weil sie sich eben nicht sicher sind. Weil es auf dem Bildschirm eben doch anders wirkt.

Mit LaTeX mache ich fast nie einen Probeausdruck, wenn das, was ich im PDF sehe, ist exakt das, was ich später auf dem Drucker erwarten kann. Mit LaTeX habe ich die Gewissheit, jede Anforderung an das Aussehen eines Literaturverzeichnis auf dieselbe Weise umsetzen zu können, und jede Art von Literaturverweis sauber und zuverlässig zu setzen – und wie die jüngere Vergangenheit lehrt, kann das über Karrieren entscheiden. Mit LaTeX habe ich die Gewissheit, jede Dokumentgröße bearbeiten zu können, jedes Kapitelformat absolut reproduzierbar gestalten zu können. Wer schonmal ein Microsoft Word Dokument in LibreOffice oder OpenOffice.org geöffnet hat und andersherum, der wird es in LaTeX als sehr angenehm empfinden, wenn der Konferenzbeitrag, die Masterarbeit nach verarbeiten durch eine andere LaTeX-Distribution genauso aussieht wie bei der eigenen.

Zuwachs

LaTeX lernen in Mathematik, Physik, Informatik oder Ingenieurwissenschaften wie Elektrotechnik oder Maschinenbau heißt, den theoretischen Unterbau der Fächer leichter zu Papier bringen zu können und auf viel Erfahrung und bestehendes Material zurückgreifen zu können. LaTeX lernen in Jura, Lehramt, Wirtschaftswissenschaften oder Geisteswissenschaften heißt, die sprachliche Präzision, die angemessen ist, auch auf das Schreiben und in Dokumente zu übernehmen. Und damit ein Zuwachs an Professionalität.

LaTeX lernen in einer Umgebung, in der nicht sowieso alle in LaTeX schreiben heißt, auch mal schief angesehen und für seltsam erklärt zu werden. LaTeX lernen heißt freilich auch, manchmal einen Fehler zu suchen, der das Verarbeiten des Dokuments verhindert – was oft seinen Grund darin hat, dass man irgend einen Automatismus überlisten will und meist gar nicht bräuchte. Und damit heißt LaTeX lernen eben auch, immer wieder subtil darauf hingewiesen zu werden, dass das eigentliche am Schreiben der Inhalt des Textes ist. Und ebenso heißt LaTeX lernen damit auch, sich immer wieder aufs neue zu freuen, welch schönes Ergebnis am Ende steht.

Warum also LaTeX lernen? Nicht obwohl es anders ist. Sondern genau darum.

Fangen Sie an. Darum gibt es das LaTeX-Buch.

(Bild: Enso von Alex Castro auf Flickr. Lizenz CC-BY)

Literaturverzeichnis LaTeX-Buch

Danke. Das LaTeX-Buch, 4. Auflage, 2., korrigierter Druck

Seit dieser Woche ist das LaTeX-Buch Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX im zweiten Druck der vierten Auflage erschienen. Das alleine wäre wohl noch nicht erwähnenswert, doch bot dies die Möglichkeit, alle bislang bekannten Fehler der vierten Auflage zu beheben, und zwar sowohl unkritische Tippfehler als auch einige Fehler in Codebeispielen und Codeschnippseln. Alle diejenigen, die das Buch schon haben, erfahren auf der Errata-Seite genau, wo korrigiert wurde und auch für alle zukünftigen gemeldeten Fehler wo korrigiert werden muss.

Mein spezieller Dank gilt an dieser Stelle denjenigen, die Fehler gefunden und vor allem mir mitgeteilt haben: Torben L, Helga Schmid, Henrik B., Fabian B., Peter B., Michael F., Stefan S., Christoph T., Justin G., André W. und Nadja Vajkonny. Danke fürs aufmerksame Lesen!

Wer mal reinschmökern möchte, kann das gerne tun auf der Seite zum LaTeX-Buch Probelesen.

LaTeX Layout Trick

LaTeX – einfach ist besser. Ein Wort zu Hacks in LaTeX

Sie haben also mit LaTeX begonnen. Vielleicht sogar mit meinem LaTeX-Buch »Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX«. Doch warum schreibe ich nichts über Tricks, warum gibt es im Buch keine ausufernden Befehls-Sequenzen? Ganz einfach: Weil Sie das fast nie nicht brauchen. LaTeX wurde geschaffen, damit Sie sich auf den Inhalt Ihres Werkes konzentrieren können.

Was wollen Sie bewirken? Wird Ihr Schriftstück tatsächlich besser, wenn Sie jetzt Stunden verbringen, um ein setzerisches Detail einzubauen? Vielleicht ja. Vielleicht sieht es tatsächlich besser aus. Und ja, Sie können tatsächlich sinnvoll Zeit mit der Suche nach der Lösung für setzerische Detailprobleme verbringen. Wenn Sie ansonsten komplett fertig sind, wenn Ihr Text inhaltlich vollkommen ist. Wenn Ihr Literaturverzeichnis vollständig ist, also alles referenziert, was Sie referenzieren sollten. Wenn Sie das Stichwortverzeichnis mit sinnvollen Wörtern befüllt haben, falls ihr Werk gedruckt werden soll, da in rein elektronischen Veröffentlichungen die Volltextsuche einen Index überflüssig macht. Wenn Ihre Querverweise sinnvoll sind. Wenn Ihre Grafiken dem Inhalt dienen und gut aussehen.

Dann, und nicht vorher, können Sie sich mit einem LaTeX-Hack bzw. der Suche danach beschäftigen. Sobald Sie an dieser Stelle ankommen, dann sind Sie kein Anfänger mehr. Sobald Sie an dieser Stelle ankommen, haben Sie wahrscheinlich schon einige Male mit englischen Erläuterungen von LaTeX-Eigenheiten zu tun gehabt, sei es in Form von Fehlermeldungen oder in Form einer Paketdokumentation. Und das ist auch gut so. Denn letztendlich können Sie die Funktionalität jeder Dokumentklasse, jeden Pakets verändern und erweitern, indem Sie Befehle umdefinieren, eigene Konstrukte hinzufügen und vorhandene außer Kraft setzen. Damit verlassen Sie in der Regel den Bereich, der für die normale Anwendung einer Klasse oder eines Pakets gedacht ist. Das ist okay, wenn ihnen klar ist, dass Sie sich dieser Bereich hinter den Kulissen ohne Vorwarnung von einer Version zur nächsten ändern kann, dass er oft schlecht ausgeschildert ist und möglicherweise mit anderen wechselwirkt. Kurzum: wer weiß, was er tut, kann alles tun. Die andere Art von Hacks, die Sie im Netz finden, verwenden gar keine Pakete, sondern basieren auf TeX-Basisbefehlen und bauen bestimmte Eigenschaften von Null auf nach. Auch daran ist nichts auszusetzen, wenn Ihnen bewusst ist, dass die von Ihnen gewünschte Eigenschaft vielleicht schon in anderer Form existiert und das Hack damit wiederum wechselwirkt.

Die Abhängigkeiten und Fehlerquellen sind so mannigfaltig und machen es damit unwahrscheinlich ist, dass Sie aufs erste Mal eine Lösung hinbekommen, die das tut, was Sie wollen und dazu keine einzige Fehlermeldung beim Kompilieren auswirft. Wenn Sie also eine Sammlung von speziellen Tricks zur Hand nehmen, wird diese Sie unweigerlich irgendwann verlassen, weil der Autor ja nicht wissen kann, was Sie an Paketen alles verwenden. Und dann müssen Sie sich ohnehin durch den Quellcode von Paketen wühlen und diesen versuchen zu verstehen.

Freilich habe auch ich für das LaTeX-Buch an so mancher Definition herumgebogen, um das Layout genau so hinzubekommen, wie es die Buchreihe des Verlags vorsieht. Das ganze habe ich möglichst weit oben und vollständig in den dafür vorgesehenen Rahmen von KOMA-Script programmiert, womit es eigentlich kein Hack mehr ist, sondern fortgeschrittene Anwendung. An anderer Stelle überschrieb ich tatsächlich Paketverhalten.

Im Buch werden Sie keine Beispiele dafür finden, denn ich möchte, dass Sie LaTeX als eine Dokumentsprache erleben, die einfach anzuwenden ist. Oder, um es mit den Worten Dieter Moors auszudrücken: »Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht.« Bei keiner meiner wissenschaftlichen Arbeiten, weder bei Dissertation noch bei Diplomarbeit, habe ich einen solchen Hack verwendet oder vermisst.

Halten Sie es einfach. Es geht mit Bordmitteln schön.

ebook readers by Cloned Milkmen on Flickr

4 Gründe, warum ich mir (noch) keinen eBook-Reader wie Kindle kaufe

Ich werde mir auf absehbare Zeit keinen eBook-Reader kaufen. Weder den Kindle noch irgend einen anderen. Noch nicht. Denn auch wenn ich absolut der Ansicht bin, dass eBooks die Zukunft gehört und es über kurz oder lang als Papier nur noch schöne Bildbände und aufwendige Sammlerausgaben geben wird, so fehlen mir bei den aktuellen Geräten noch einige wichtige Eigenschaften.

Natürlich ist es schön, immer seine halbe Bibliothek dabei zu haben, doch in den meisten Fällen brauche ich das nicht, die paar Bücher, die ich gerade lese, reichen ja aus. Doch das sind nicht die Gründe für meine abwartende Haltung, sondern die folgenden:

  1. Zuallererst möchte ich ein flexibles Display bzw. ein flexibles Gerät haben, das ich auch mal unordentlich einfach in die Tasche stecken kann. Eines, das nicht bricht, wenn ich dann doch noch ein echtes Buch darauf drücke. Eines, vom Knicken nicht kaputt geht. Halt so wie echtes Papier. E-Ink in schwarzweiss reicht erstmal. Die meisten Bücher, die ich lese, sind eh nur Text. Flexibles Display gibt’s schon, nur in einem eBook Reader habe ich es noch nicht gesehen.
  2. Ein Buch muss ich nicht aufladen. Gut, ein eBook-Reader braucht halt Strom, aber dann sollte er sich bitte selbst aufladen. Ob da jetzt auf der Rückseite Solarzellen drauf sind und es dann ausreicht, wenn ich ihn ein oder zwei Stunden auf dem Schreibtisch nahe dem Fenster liegen habe, oder ob er den Strom aus der Bewegung oder von mir aus Radiowellen zieht, ist mir wurscht.
  3. Papierbücher kann ich aus- und herleihen. Und so will ich auch für eBooks die Möglichkeit haben, Bücher aus- und herzuleihen. Das kann gerne auch mit DRM sein, so dass, so lange ich das Buch hergeliehen habe, es selbst nicht lesen kann. Insgesamt hat das Ausleihen von eBooks dann vielleicht sogar einen Vorteil: Ich wüsste immer, wem ich ein Buch ausgeliehen habe, und auch derjenige weiß, von wem er es hat. Das wäre durchaus mal eine faire Anwendung von DRM. (Einen ersten Ansatz davon beschreibt Johnny Haeusler im Artikel über MexxBooks.)
  4. Und schließlich sollte ich auch vernünftig daraus zitieren können. Beim Papierbuch kann ich schreiben »auf Seite 381« und habe die Fundstelle dadurch bis auf wenige Absätze eingegrenzt aber beim eBook? Die Angabe »bei 79%« kann bei langen Werken zehn Papierseiten umfassen, und eine genauere Angabe »bei 79,832%« macht auch erst Sinn, wenn die Zählung bei den meisten eBook-Readern verbreitet und standardisiert ist.

So, wir machen das jetzt genauso wie mit dem Handy. 2001 kaufte ich mein Nokia 6150, und verkündete fortan, ich würde mir erst wieder ein neues Handy kaufen, wenn es eines ohne Tasten gäbe und zwar ziemlich reif. Neun Jahre später war’s dann soweit. Und genau so machen wir das jetzt mit dem eBook-Reader.

Eilt nicht. Ich kann’s erwarten. Über ein »Danke für die Produktidee« würde ich mich freuen.

(Foto: Cloned Milkmen on Flickr, License CC-BY-SA)

kindergartenwordpress

WordPress für Webseiten – taugt auch für Kindergärten

Was zeichnet einen Kindergarten aus? In einem Kindergarten arbeiten Menschen, die gern und meist sehr gut mit Kindern umgehen können. Selten haben sie ihren Beruf jedoch gewählt, weil sie so gerne Websites erstellen. Was aber, wenn nun ein Kindergarten eine Website haben und diese auch selbst wenigstens inhaltlich pflegen möchte? Meiner Ansicht nach ist WordPress auch dafür die Lösung.

Ein Kindergarten macht weder sein Geschäft mit einer Website, noch ist diese das wichtigste Instrument der Geschäftsanbahnung (Ich spreche bewusst von Geschäft, denn egal ob privat, städtisch oder kirchlich: ausgelastet wollen sie alle sein). So ist es in der Regel nicht möglich, auf Dauer eine Agentur zu beauftragen und jede Änderung durch diese durchführen zu lassen. Eigenhändig aus Word HTML-Dateien exportieren ist auch keine zweckmäßige Lösung. Nun gibt es beispielsweise für evangelische Kindergärten in Bayern eine Lösung, bei der ein stark abgespecktes Webinterface zur Verfügung steht. In diesem kann eine geringe Anzahl Seiten mit wenigen Bildern abgelegt und mit einer hand voll Farbschemata versehen werden. Für einen Kindergarten, der sein Betreuungskonzept sauber gegliedert veröffentlichen möchte und außerdem noch einen optischen Eindruck vom Kindergartenleben geben will, ist das zu wenig. Und eine eigene Domain sollte auch dabei sein.

Also braucht es irgendetwas zwischen Agentur und selber machen. WordPress erlaubt verschiedene Rollen, sowohl den Administrator, der alles überblickt, als auch den Redakteur, der Inhalte verfasst und freigibt. Irgendein Elternteil, der WordPress einrichten beziehungsweise pflegen kann, ist ja immer da.

In unserem Fall bin das ich. Die Seiten, die die Evangelische Kindertagesstätte Göggingen in Augsburg nun hat, sind einfach gehalten, sowohl optisch als auch von der Struktur her. Die Struktur kann die Kindergartenleiterin dank des genialen Menümechanismus in WordPress selbst per Drag & Drop anpassen und sieht sofort, was sie tut. Sie kann selbst Seiten anlegen, Texte schreiben und Fotos hochladen, und in neueren Versionen wird die Benutzung immer weiter vereinfacht. Die Gestaltung habe ich einmal vorgenommen, da muss sie sich keine Mühe mehr machen. Zweifellos bin ich kein Gestalter, doch eventuell finden wir ja noch einen Elternteil, der dafür ein Faible hat und der dank der Standardplattform WordPress leicht das Aussehen der Website ändern kann.

Mittlerweile haben sich auch die zwei anderen Kindergärten der Pfarreiengemeinschaft, der Johanneskindergarten in Augsburg-Inningen und der Immanuelkindergarten in Augsburg-Leitershofen angeschlossen. Ihnen habe ich eine ähnliche Struktur und ähnliches Design verpasst, nur die Inhalte unterscheiden sich.

Eine Website geht zwar zu einem Zeitpunt online, doch sie lebt. Es sollte kein einmaliges Dokument sein, was wir da fabrizieren, sondern sich ändern und anpassen können. Nach einer ersten Einführung in die Arbeit mit WordPress haben die Damen nun auch schon Lust bekommen, ab und an auf aktuelle Ereignisse oder Neuigkeiten über die Website hinweisen zu können. Und siehe da, auch da hiflt WordPress. Denn dafür wurde es ursprünglich gebaut, andere Leute sagen nämlich »Blog« dazu.

So wie WordPress sollte Software sein: Leicht zu benutzen für jede Rolle. Den, der Texte verfassen soll, nicht mit anderen Dingen verunsichern, und dennoch alle Möglichkeiten haben. Vielleicht steigt ja das zentrale Angebot für die Kindergärten irgendwann auf WordPress um, dann können wir die Seiten umziehen. Oder der nächste Elternteil übernimmt. Denn WordPress – dafür findet sich immer jemand.

Danke, WordPress.

Bei welchem Projekt hat Ihnen WordPress schon geholfen?

Foto: Joachim Schlosser auf Flickr, Lizenz CC-BY-SA